Spendentour von Gütersloh nach Gibraltar

www.wertkreis-gt.de
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3333 km mit dem Rad für Menschen mit Behinderung!
Wir unterstützen auf sportliche Art die Inclusonics. Inclusonics – das ist ein Musik-Projekt von Menschen mit und ohne Behinderung von wertkreis Gütersloh.
wertkreis Gütersloh setzt sich seit 1962 für Menschen mit Behinderung ein. Die Mitarbeitenden des Unternehmens engagieren sich gemeinsam für eine Gesellschaft, in der alle gleichberechtigt und selbstbestimmt zusammen leben. Dies bringen die Inclusonics auch mit ihrer Musik zum Ausdruck
Auch wir sind von dieser Vision überzeugt und von den Inclusonics begeistert. Deshalb setzen wir uns mit unserer Spenden-Tour dafür ein! Wir wollen gemeinsam Grenzen überwinden – Landes- und Sprachgrenzen, die Barrieren in den Köpfen und unsere eigenen körperlichen Grenzen. So können Sie uns unterstützen!

Neuer Spendenstand: 12.420,14 Euro !!!!

Unglaublich! Fantastisch! Wunderbar! Wir trauten unseren Augen nicht, als wir die E-Mail Nachricht über den Eingang einer Einzelspende in Höhe von 6666,- EUR. lasen. Paul Stolzer, ehemaliger Inhaber und jetzt stiller Teilhaber der Firma Stopa, heißt der Gönner, der unser Spendenaufkommen auf einen Schlag mehr als verdoppelte. Die Firma Stopa war unser 4. Etappenzie, wo wir schon während unseres Aufenthalts mehr als freundlich und großzügig empfangen wurden. Die heimische Presse berichtete seinerzeit über unser Projekt. Herr Stolzer war zu dem Zeitpunkt zwar nicht in der Firma vor Ort, las aber den Zeitungsartikel über uns in der heimischen Presse. Angetan von unserer Marathontour und der Spendenidee für Menschen mit Behinderung dahinter, beschloss er spontan nach erfolgreichem Abschluss, unser Projekt mit einer besonderen Spende zu unterstüzen.
Dafür sagen wir vielen, vielen Dank.

Udo und Ralf (15.12.2012)

 

5387,55 Euro sind zusammengekommen: Danke an alle Unterstützer!

30.09.2012 Spendenübergabe: Martin Henke (wertkreisGT), Ralf Beckwermert, Udo Lange, Sven-Georg Adenauer (Landrat), Mirjam Goerrig (Inclusonics), Andreas Wien (Inclusonics, subframe), Friedhelm Boschulte (LC Solbad Ravensberg) (Werner Rogat fotografiert)
30.09.2012 Spendenübergabe: Martin Henke (wertkreisGT), Ralf Beckwermert, Udo Lange, Sven-Georg Adenauer (Landrat), Mirjam Goerrig (Inclusonics), Andreas Wien (Inclusonics, subframe), Friedhelm Boschulte (LC Solbad Ravensberg) (Werner Rogat fotografiert)

am 30.September 2012, eine Woche nach unserer Ankunft trafen wir uns zur Spendenübergabe auf dem Kiebitzhof. Das Erntedankfest auf dem Bioland Kibitzhof gab einen passenden Hintergrund für die offizielle Übergabe der Spenden für das Musikprojekt der Inclusonics. Landrat Sven-Georg Adenauer würdigte die sportliche Leistung von Udo Lange und Ralf Beckwermert und den Einsatz für Menschen mit Behinderung. Dann fragte er Werner Rogat, unserem dritten Mann und Begleitfahrzeugführer, Udo und Ralf nach den prägendsten Momenten auf unserer Spendentour.  "Die Gastfreundschaft in der Partnerstadt Le Chambon-Feugerolles und im spanischen La Bisbal in einer WG zusammen mit Menschen mit Behinderung haben uns unvergessene Kontakte ermöglicht."

21.09.2012 18:20; das Ziel ist erreicht: Ralf, Werner und Udo vor dem Felsen von Gibraltar
21.09.2012 18:20; das Ziel ist erreicht: Ralf, Werner und Udo vor dem Felsen von Gibraltar

So

02

Jul

2017

22. Etappe, Nordkap, das Ziel ist erreicht

 

Heute standen lediglich 15 km bis zum Ziel unserer Tour für Teilhabe , dem Nordkap auf dem Programm. Eine gewisse Spannung lag schon beim etwas später als üblich servierten Frühstück auf den einzelnen Mitgliedern der Nordkapradler. Sollte es jetzt zu Ende sein, der täglich Rhythmus zwischen Radfahren, Quartiersuche, Zubereitung von Frühstück und Abendessen von 6 hungrigen Sportlern, Streckenplanung für den nächsten Tag überprüfen bzw. neu gestalten, Blogberichte schreiben? Ja ! Wir sind fast am Ziel. Das ist unser letzter Tag.

 

Noch einmal aufs Rad, das Ziel vor Augen, machten wir uns auf die letzten 15 Km. Trotz der geringen Distanz ließen uns die 580 hm noch einmal kurz ins Schwitzen kommen. Von der letzten Anhöhe aus konnten wir schon das Kugeldach des Besucherzentrums erblicken. Vor dem Parkplatz wurden wir von Maren mit der Kamera erwartet. In einer Formation nebeneinander, bewegten sich die 5 Radfahrer jeweils mit einem Lächeln im Gesicht langsam auf unsere Fotografin Maren zu.

 

Dann bereiteten wir uns auf den großen Augenblick vor: Gemeinsam gingen wir die letzten 200 m zu Fuß, aber mit den Rädern, auf die berühmte Nordkap-Weltkugel zu.
Dort stellten wir uns mit den Rädern für das obligatorisch Foto auf das Podest der Weltkugel.
Mit einem Glas Sekt stießen wir auf das erfolgreiche Erreichen des Tour-Ziels an.  Die Tour für Teilhabe, mit der wir hoffentlich einen kleinen Teil dazu beigetragen haben, dass die Projekte des wertkreis Gütersloh für kulturelle und sportliche Inklusion für Menschen mit Behinderung etwas bekannter geworden sind.

Und das bei 19 Grad C. „Noch vor 3,4 Tagen hat es hier geregnet und gestürmt, ihr habt wirklich Glück mit dem Wetter“, berichtete eine Besucherin, der wir unsere Fotoapparate für ein  Gruppenfoto überreichten.

Allen Unterstüzern ein "HERZLICHES DANKE", ohne Euch wären wir nicht so weit gekommen!

 

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Sa

01

Jul

2017

21.  Etappe: von Alta bis durch den Nordkaptunnel

 

181 km, 1500 hm, sonnig, 90km Gegenwind

Diese Etappe sollte unsere Königsetappe werden.

Waren zunächst nur ca. 100 km geplant, haben wir unsere Pläne kurzfristig am Morgen umgeworfen, um die Schlussetappe zu verkürzen. So sind insgesamt über 180 Km zusammengekommen. Das Highlight war die Durchfahrt durch den 7 km langen Nordkaptunnel. Er verbindet die Insel Magerøya, auf der das Nordkap liegt, mit dem Festland der nordnorwegischen Provinz Finnmark.
Dabei führte uns Europas drittlängster Unterwassertunnel zunächst 3,5 km mit 9 % abwärts um uns danach über die gleiche Distanz eine Steigung von 10% anzubieten.

Wir starteten morgens bei besten Wetterbedingungen mit unseren Sommertrikots. Doris stieg erstmals nach ihrem Sturz trotz leichter Schulterschmerzen wieder aufs Rad. Sie sollte zunächst nur 50 km fahren, um dann zu beurteilen, ob die Verletzung sie nicht weiter belastete. Nach 50 km kam sie dann zu dem Schluss, dass ein Weiterfahren nicht sinnvoll wäre. Bernhard löste sie ab, und es ging in rascher Fahrt zu viert weiter in Richtung Nordkap. Erst bei Kilometer 90, als wir der Straße immer direkt an der Küste entlang folgten, schlug uns kalter Wind entgegen. Diszipliniert wechselten wir regelmäßig die Führungsarbeit, wodurch wir gut vorankamen. Bis uns ein Tunnel stoppte: „Verflixt, ist es hier kalt, wie in einer Kühltruhe“, rief Hubert, als wir schon einige Meter in den dunklen Schacht eingefahren waren. „Umdrehen und alles anziehen, was geht“, lautete Udos Antwort. Also streiften wir die Armlinge und Beinlinge über, zogen dazu noch die Regen- bzw. Windjacken an, und los ging’s durch die 2 km lange Höhle.
Doch der längste, von vielen Radfahrern verfluchte und gefürchtete Tunnel stand uns noch bevor.
  Zwei Radfahrer aus Schottland, die uns wenige Kilometer vor der Unterwasserdurchführung entgegenkamen, berichteten uns von der extremen Abfahrt, der nicht enden wollend 3,5 km langen 9%igen Steigung und vor allem von dem dröhnenden Lärm der dicht an einem vorbeirauschenden Fahrzeuge. Wir waren gewarnt.
Vor dem Tunnel trafen wir die Begleitfahrzeuge, stärkten uns noch einmal nach den strapaziösen 173 km, die wir zurückgelegt hatten und beschlossen die Tunneldurchfahrt auf jeden Fall noch mitzunehmen. Bis auf Hubert, seine
angeschlagene Felge vom Hinterrad hatte zwar bis jetzt gut durchgehalten, aber machte auf den letzten Kilometern durch Klingelgeräusche unangenehm auf sich aufmerksam.
Voll konzentriert ging es dann in den Tunnel, 3,5 km abwärts. Am Scheitelpunkt empfing uns ein ohrenbetäubender Lärm, der kein Erdbeben andeutete, sondern von den Frischluftventilatoren stammte.
Die Steigung war zwar mühselig, aber kein Problem mehr.

Wir stiegen auf die WoMo's um, da es schon ziemlich spät war und wir noch einen Standplatz auf dem stark nachgefragten Campingplatz in Kirkenporten ergattern mussten.
Es waren leider keine Hütten mehr frei, so dass Udo und ich zelten mussten (durften). Und das, auf Europas nördlichst gelegenem Campingplatz – mit einem tollen Ausblick.

Morgen erwartet uns noch die Schlussetappe mit lediglich 15 km, damit wir die Ankunft auch entsprechend genießen können.

' 

endlich gibt uns die eisige Unterwasserröhre wieder frei
endlich gibt uns die eisige Unterwasserröhre wieder frei
Zelte der Samen
Zelte der Samen
unsere Zelte am nördlichsten Campingplatz (15 km vom Nordkap)
unsere Zelte am nördlichsten Campingplatz (15 km vom Nordkap)
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Fr

30

Jun

2017

20. Etappe: von Solbacken nach Alta - 230 km vom Nordkap entfernt

Nordlyskatedralen in Alta
Nordlyskatedralen in Alta

 170 Km, 11-15 Grad C,  teilweise sonnig, 1900 Höhenmeter, starker Gegenwind

 

 

                   Auf Grund der windigen Verhältnisse,  es herrschte starker Wind überwiegen aus nördlicher Richtung, bildeten wir wieder 2 Gruppen, die sich die Strecke teilten. So konnte die 20. Etappe relativ locker von allen Teilnehmern bewältigt werden, ohne dass jemand an seine Grenzen gehen musste. Unterwegs wurden wir erneut von dem grandiosen, sich ständig abwechselnden  Landschaftsbild Norwegens belohnt.
Außerdem hatten beide Gruppen (Sicht-) Kontakt mit einem weiteren prägenden Tier der norwegischen Wildnis, dem Rentier.
Als ich mit Udo unterwegs war, lief ein Exemplar dicht vor uns auf die Straße. Leider war das schreckhafte Tier nicht geneigt, still stehend darauf zu warten, bis ich mein Smartphone
 herausgekramt hatte , um ein schönes Foto zu schießen. So rannte es zunächst die Straße zurück, blieb kurz stehen und verschwand darauf rasch im Gebüsch. Gruppe Bernhard/Hubert sichtete gleich mehrere Exemplare, die sich ebenfalls auf der Straße aufhielten. Für den Straßenverkehr  sicherlich eine Herausforderung, jederzeit das Auftauchen dieser Hirschart zu erwarten. Fast wären wir heute noch Zeuge einer Kollision zwischen einem Rentier und einem Kleinbus geworden, die sich kurz zuvor auf unserer Strecke ereignet hatte. Das Fahrzeug stand auf der linken Spur und trug vorne eindeutige Spuren eines Unfalls. Das wohl schwerverletzte Ren hatte auf der Straße eine Blutspur hinterlassen, die vom Straßenrand in den Wald führte.

 

Unser heutiges Etappenziel heißt Alta, und ist nur nach ca. 230 km vom Nordkap entfernt.
Alta ist die größte Stadt in der nordnorwegischen Provinz Finnmark. Sie war für einige Jahre die weltweit nördlichste Ortschaft mit mehr als 10.000 Einwohnern, nachdem die sibirische Stadt Tiksi diesen Status in den 1990er Jahren durch Bevölkerungsschwund verloren hatte und bevor die Bevölkerung Hammerfests 2013 auf über 10.000 Einwohner anwuchs (
Quelle: Wikipedia.org).

 

Der Campingplatz in Alta ähnelt in Bezug auf das Klientel denen, die wir den letzten Tagen angesteuert haben, sehr deutlich:
Es gibt kaum Dauercamper, in erster Linie treffen wir auf Rentner-Ehepaare, die mit ihren Wohnmobilen Norwegen bereisen. Die zweitgrößte Gruppe bilden allein oder zu zweit reisende Motorradfahrer – auch meist schon jenseits der 50 Jahre alt - die mit leichtem Gepäck das Nordkap erreichen wollen. Dann haben wir die Einzelkämpfer, die allein mit dem Rad unterwegs sind, voll bepackt mit allem, was man für einen mehrmonatigen Urlaub benötigt. Sie nehmen nicht nur den schon als Extremleistung zu bewertenden Hinweg z.B. von Deutschland bis zum Nordkap auf sich, sondern fahren die Strecke auch wieder per Rad zurück. Diesen, meist jungen Leuten, zolle ich größten Respekt.
Dann folgen, zwar eher selten, aber wir haben sie – wenn auch nicht auf einem Campingplatz,  dafür unterwegs - angetroffen:
Wanderer mit Rucksäcken, deren Ausmaße und geschätztes Gewicht eher an Frondienste von verurteilten Gefangenen erinnern. Da fehlt mir dann die Vorstellungskraft, warum ein an sich gesunder Mensch, sich mehr als 3000 km
per pedes zumutet.

 

Das rückt unsere betreute Tour erst einmal wieder ins rechte Licht, also eigentlich nichts Besonderes.

 

ein Rentier, d i r e k t  vor uns (eigenlich schon wieder hinter uns)
ein Rentier, d i r e k t vor uns (eigenlich schon wieder hinter uns)
hier ebenfalls!
hier ebenfalls!
kurze Kaffeepause bei den Samen
kurze Kaffeepause bei den Samen
schon auf 400m Höhe wächst hier nichts mehr, in den Alpen muss man für diese Landschaft 2000m höher klettern
schon auf 400m Höhe wächst hier nichts mehr, in den Alpen muss man für diese Landschaft 2000m höher klettern
Holzkirche im Wald gelegen (12 km vor Alta)
Holzkirche im Wald gelegen (12 km vor Alta)
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Do

29

Jun

2017

19. Etappe: die Freundlichkeit der Norweger

130 km, bedeckt aber trocken, windig, 12-15 Grad C

 

Die 19. Etappe verlief reibungslos und ohne Besonderheiten. Deshalb möchte ich an dieser Stelle die besondere Freundlichkeit der Norweger loben. Das ist uns sofort aufgefallen, als wir erstmalig  norwegischen Boden betreten haben. Die Rücksichtnahme im Straßenverkehr ist hier vorbildlich. Es wird nie gedrängelt, und man fährt immer langsam an einen Kreisel oder eine Kreuzung heran, so dass nie der Eindruck von Hektik entsteht. Nicht, dass sich Norweger nie in Stress-Situationen  befinden,  im Unterschied zum heimischen Verhalten werden Konflikte nicht auf den Straßenverkehr übertragen  oder gar ausgetragen.  Alles sehr entspannt. Insbesondere, wenn man mit dem Rad unterwegs ist, wird diese positive Situation  deutlich. Da schleichen LKW’s auf der E6 hinter uns Radlern hunderte Meter hinterher und überholen erst, wenn sie die linke Spur komplett nutzen können und alles frei ist, so dass man sich als Radfahrer immer sicher fühlt. Nie bzw. selten wird die Funktion der Auto-Hupe getestet, auch wenn wir einmal die gesamte Straßenbreite mit unseren Rädern nutzen. Eher dient ein kurzes Warnsignal unserer Sicherheit, wenn wir mal wieder unsere Augen über die großartige Landschaft schweifen lassen und nicht auf die Straße richten. Auch wir haben inzwischen dazu gelernt: sobald es sich hinter uns staut, da die Überholmöglichkeit schlecht ist, fahren wir, wenn möglich, rechts in eine Parkbucht, um den Verkehr wieder zum fließen zu bringen.

 

Ein zweites Beispiel für die Freundlichkeit der Norweger ereignete sich in einem kleinen Supermarkt. Dort standen Maren und Bernhard  vor einem Kühlregal, um unseren Bestand an Butter/Margarine wieder aufzufüllen. Etwas ratlos standen die beiden vor dem gut sortierten Regal und philosophierten über die Produkte. Als Bernhard eine Dose Margarine ergriff, wurde er direkt von einer Kundin angesprochen: „DIE Margarine sollten Sie nicht kaufen, nehmen Sie diese.  Die Bremykt Original mit 30 % rapsolje, die ist gut.“  Verblüfft drehten Maren und Bernhard sich zur Seite und erblickten die freundliche Dame, die mit ihrem zu zwei Zöpfen geflochtenen ergrauten Haar  an die in Würde gealterte Pippi Langstrumpf erinnerte. „Sie lässt sich gut streichen, ist gesund und schmeckt wie Butter“, folgte die Begründung in astreinem deutsch. Maren bedankte sich und wollte noch wissen, ob die Frau aus Deutschland kommt. Doch diese hatte sich schon ihrer Begleitung zugewandt und unterhielt sich in norwegischer Sprache mit ihr.

 

Ein weiteres Ereignis bezieht sich auf die Gastfreundschaft der Norweger, die uns am Abend zuteil wurde: wir hatten schon zu Abend gegessen und uns zurückgezogen, als es gegen 21:00 Uhr an der WoMo-Tür klopfe und ein älterer Herr uns erklärte, dass er heute das 50ste Jubiläum seines Campingplatzes und gleichzeitig seinen 69sten Geburtstag feiere. Gern seien wir zu Kuchen und Sekt an der Grillhütte am See eingeladen. Selbstverständlich, dass wir der Einladung folgten, auch wenn die Müdigkeit in uns schon dominierte.

 

Wir haben es nicht bereut. Interessante Gespräche mit anderen Campingfreunden, unter ihnen viele Deutsche, aber auch Norweger wären uns sonst entgangen.

 

 

 

nicht selten: Einzelkämpfer, die allein mit dem Rad unterwegs sind
nicht selten: Einzelkämpfer, die allein mit dem Rad unterwegs sind
der Campingplatz-Betreiber hat eingeladen: zum 50-jährigen Jubiläum des Platzes gibt es Kuchen und Sekt
der Campingplatz-Betreiber hat eingeladen: zum 50-jährigen Jubiläum des Platzes gibt es Kuchen und Sekt
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Mi

28

Jun

2017

18. Etappe: Elche - und es gibt sie hier doch

150 km, ab Mittag Sonne, Rückenwind, 12-19 Grad C

 

Am Himmel herrschte noch dichte Bewölkung, aber es regnete nicht, so dass wir die heutige 18. Etappe  einmal nicht im Regendress starten mussten.  Auch die Windverhältnisse versprachen ein zügiges Vorankommen, was auf Grund der 150 km langen Strecke dringend geboten schien.

So rollte es sich erstaunlich gut: die Steigungen waren moderat und es schien sogar so, dass das  Gefälle dominierte. Wir kamen gut voran. Dann durchbrachen die ersten Sonnenstrahlen die Wolkendecke und setzten sich gegen Mittag sogar gänzlich durch.

 

Wir befanden uns, wie in den vergangenen Tagen auch, auf der E6 und ließen die schöne Landschaft an uns vorbeifließen, immer umgeben von hohen Bergriesen und entlang zweier Fjorde.

Unerwartet wurde die Gruppe ca. 30 km vor dem Ziel mit den im gleichmäßig surrenden Takt der Rennmaschinen aus ihrem trance-gleichen Zustand gerissen.

Ich traute meinen Augen zunächst nicht und es vergingen wohl auch einige Sekunden, bevor ich reagierte: „Langsamer“, rief ich, „schaut nach links, das gibt’s doch gar nicht, Elche“. Sie schienen so selbstverständlich in diese Landschaft zu gehören, dass man sie zunächst nicht wahrnimmt. Dann griff ich rasch in die Rückentasche meines Radtrikots, holte das Smartphone heraus und stellte den Kameramodus ein. Die zwei Elche, die im leichten, fast federndem Gang parallel zur Straße trabten, waren schwere, ausgewachsene Vertreter ihrer Gattung. Erstaunlich, mit welcher Leichtigkeit und Anmut diese mächtigen Tiere sich bewegen konnten.

Plötzlich schwenkten die beiden Tiere, die inzwischen in eine schnellere Gangart gewechselt hatte, direkt auf die Straße zu. Wir verzögerten unsere Fahrt, um den Tieren beim Überqueren der Straße  nicht im Weg zu stehen. Bernhard, der mir ein paar Meter vorausfuhr, warnte mit heftigen Armbewegungen ein entgegenkommendes Fahrzeug, das diese Signale sofort verstand und seine Fahrt stoppte.
Im Galopp passierten die Elche die Straße und suchten fluchtartig das Weite.

Nur zögerlich setzte wir unsere Fahrt fort, dermaßen waren wir von dieser Begegnung beeindruckt. Und zugleich wurde uns auch klar, wie gefährlich eine Kollision mit einem solch gewaltigen und schweren Tier und einem PKW ausgehen könnte.

Die letzten Kilometer nahmen wir wieder Fahrt auf, um den Campingplatz rasch zu erreichen und uns auszuruhen. Daraus wurde jedoch nichts. Ein Unfall überschattete den sonst so harmonischen Tag.

Doris hatte kurz die Verbindung zum Vordermann Udo abreißen lassen, so dass eine kleine Lücke entstand. Das Tempo wurde etwas gedrosselt, Doris hatte gleichzeitig den Tritt verstärkt, so dass Sie rasch den Windschatten der Gruppe wieder eingefangen hatte. Udo schaute sich nach links um, übersah Doris jedoch, die seitlich rechts dicht an seinem Hinterrad hing. Udo nahm darauf das Tempo noch mehr raus, was zur Folge hatte, dass sich beide Räder touchierten. Schon war es passiert. Doris „küsste“ unsanft den groben Asphalt der E6. Abschürfungen an Hüfte und Arm, dazu eine geprellte Schulter waren die Folge des Sturzes. Es hätte noch heftiger kommen können, der obligatorische Helm verhütete glücklicherweise Kopfverletzungen.

Nach der Behandlung mit Salbe, Schmerztablette und zur Kühlung der Prellung Okseköt (Hackfleisch) aus der Tiefkühltruhe, geht es Doris nun schon sehr viel besser. Sie wird vorerst einmal ein, zwei Tage Pause einlegen.
Für die restlichen Etappen mahnten alle Teilnehmer eine noch vorsichtigere Fahrweise an.

 

wer gute Augen besitzt, erkennt die Elche, die wir während der Fahrt fotografiert haben
wer gute Augen besitzt, erkennt die Elche, die wir während der Fahrt fotografiert haben
hier werden Souvenirs vom Volksstamm der Samen verkauft
hier werden Souvenirs vom Volksstamm der Samen verkauft
Maren kümmert sich nicht nur um die Hunde, ohne ihre permanente Unterstützung läuft hier nichts.
Maren kümmert sich nicht nur um die Hunde, ohne ihre permanente Unterstützung läuft hier nichts.
Wracks am Straßenrand: diese Expedition zum Nordkap hat aufgegeben
Wracks am Straßenrand: diese Expedition zum Nordkap hat aufgegeben
endlich Sonne nach vielen Regentagen  -> Chaos-Camping
endlich Sonne nach vielen Regentagen -> Chaos-Camping
Am Morgen war die Welt noch in Ordnung: Doris erhält eine Schultermassage zum Start der Etappe.
Am Morgen war die Welt noch in Ordnung: Doris erhält eine Schultermassage zum Start der Etappe.
Nach dem Sturz: Doris' geprellte Schulter muss gekühlt werden; wie gut, dass noch ein Vorrat tiefgefrorenes Okseköt (Hackfleisch) vorhanden war...
Nach dem Sturz: Doris' geprellte Schulter muss gekühlt werden; wie gut, dass noch ein Vorrat tiefgefrorenes Okseköt (Hackfleisch) vorhanden war...
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Di

27

Jun

2017

17. Etappe von den Vesterälen zurück auf’s Festland

170 km, 1950 Höhenmeter, 6 – 9 Grad C, bedeckt, Regen

 

 Heute kam es darauf an, möglichst die passende Kleidung anzulegen, um der Kälte und dem Regen Paroli bieten zu können - und gleichzeitig bei Bergpassagen nicht durch einen Hitzestau behindert zu werden. Durch den gestrigen Ruhetag haben wir etwas Zeit verloren, so dass wir die Routen neu planen, d.h. strecken mussten.

 

 Es waren 170 km mit reichlich Höhenprofil geplant, die bei den widrigen Wetterverhältnissen zwar zu schaffen sind, jedoch nur, wenn man sich bei jeder Pause komplett umziehen würde (was nicht möglich ist, da wir jetzt schon Probleme haben, die notwendigsten Kleidungsstücke zu trocknen). Man kühlt sofort aus und, da man bei den Steigungen grundsätzlich ins Schwitzen kommt,  sind Pausen von mehr als 3 Minuten bei der Kälte nicht anzuraten.

 

So haben wir heute zwei Gruppen gebildet. Die Gruppe 1 bestehend aus Ralf und Bernhard fährt die erste Hälfte, die Gruppe 2 (Doris und Udo) absolviert die zweite Teilstrecke.

 

Gruppe 1 roulierte mit präzisen Wechseln in der Führung und gab den Staffelstab nach 85 km an Udo und Doris weiter. Der zweite Streckenabschnitt lief nicht so ganz glatt ab und  wurde durch drei Störungen beeinträchtigt.  Für die erste Unterbrechung sorgte ein Elch.

 

Seit zwei Wochen halten wir schon Ausschau nach diesem scheuen Tier, das wie kein anderes Skandinavien repräsentiert und hier als eine Art Wappentier gilt. Permanent warnen Straßenschilder davor, dass Elche die Straße überqueren - aber noch nie wurde dieses so begehrte Fotoobjekt von uns gesichtet.

 

Dann, nach 30 Minuten Fahrzeit, etwa 70 m von der Straße entfernt, entdeckte Udo den lang ersehnten Elch: „Sofort anhalten, da, rechts steht ein Elch“,   hauchte er seiner Mitfahrerin zu. Sofort stieg er von seinem Rad, warf es an den Straßenrand und eilte dem Elch entgegen, um ihn mit seinem Fotoapparat zu stellen. Der Elch, der sich bei genauerer Betrachtung als Elchkuh herausstellte, verspürte keine Lust auf menschlichen Kontakt. In diesem Fall stürmte ein in grün gekleideter Mann mit einer aerodynamische Kopfbedeckung auf ihn zu.
Eilig türmte unsere Elchkuh zurück ins Dickicht, ohne dass wir ein Beweisfoto schießen konnten.

 

Die zweite Störung tauchte nach einer kilometerlangen Steigung auf: plötzlich und ohne Vorwarnung wurde die Pedaleure von dichten Nebelschwaden verschluckt. Die Temperatur sank auf 6 Grad C und man konnte keine 50m weit sehen. Erst, als es nach wenigen Kilometern wieder ins Tal abwärts ging, verschwand auch der Nebel.

 

„Stopp“, rief Doris, „ich kann nicht mehr schalten, meine Kette...“. Eine Kleinigkeit für Schrauber Udo, das Rad wurde auf den Kopf gestellt, der Schaden behoben, dann konnte es weitergehen.

 

Nach dieser dritten Störung, 6 Kilometer vor dem Etappenziel, erreichte die kleine Gruppe, völlig durchnässt, den ersehnten Campingplatz.

Meisterkoch Hubert zauberte derweil zusammen mit Maren einen zünftigen Möhren-Eintopf,  der für zwei Tage reichen sollte - den die Mannschaft mit Genuss sofort restlos verputzte (nicht zuletzt, um die Wettersituation umzustimmen).

 

Elche, hier? gibt es nicht! Nur überall Elch-Warn-Staßenschilder aufstellen - schon sehen die Menschen überall Elche. Glaubt doch nicht an Märchen. WIR sind überall!
Elche, hier? gibt es nicht! Nur überall Elch-Warn-Staßenschilder aufstellen - schon sehen die Menschen überall Elche. Glaubt doch nicht an Märchen. WIR sind überall!
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Mo

26

Jun

2017

Heute Ruhetag

Heute legen wir einen Ruhetag ein. Sowohl Mannschaft als auch das Material bedürfen einen Tag der Pflege. Der ständige Wechsel der Aufenthaltsorte, die Eigenverpflegung, die Kommunikation sowie die Reinigung von Kleidung und Material beschränken den täglichen Einsatz nicht auf einen 8-Stunden Tag, sondern erfordern nahezu den doppelten Zeitaufwand.

So reflektieren wir die bisherigen Etappen und überprüfen die noch bevorstehenden Touren auf optimale Streckeneinteilung und mögliche Quartiere.

 

Daneben genossen wir den Tag bei einer Wanderung entlang eines Flüsschens, der sich reißend aus dem angrenzenden Gebirge in den Gullesfjord stürzt.
Nur Udo forderte noch einmal sein Glück beim Angeln heraus. Diesmal mietete er ein kleines Ruderboot und begab sich ein Stück in den Fjord hinein.

Seine Hartnäckigkeit zahlte sich aus: die Ausbeute bestand aus einem kapitalen Dorsch und einem kleinen Seelachs. Allemal genug  für eine  opulente Fischmahlzeit.

 

zwei Mann in einem Boot: Udo und Hubert
zwei Mann in einem Boot: Udo und Hubert
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So

25

Jun

2017

16. Etappe: Übersetzen auf die Vesterälen

86 km, 1500 Höhenmeter, Nieselregen, 12-15 Grad C

 

Unser Start in den Tag begann mit einem Frühstück im Freien unter dem Pavillon mit Blick auf die grandiose Bergkulisse am Morsvivfjord.
Unsere heutige Rad-Strecke hatte den Fährhafen in Bognes zum Ziel, wo es dann mit der Fähre auf die Inselgruppe der Vesterälen ging.

Die Vesterälen erstrecken sich nördlich der Lofoten-Inseln vom norwegischen Festland gen Westen und in den Atlantischen Ozean.

Das Archipel umfasst sowohl winzige Sandinseln und Schären als auch einige der größten Inseln Norwegens. Der besondere Reiz dieser Inseln liegt in seiner Landschaftsvielfalt, die von ruhigen Sandstränden bis zu alpinen Höhenzügen reicht.

 

Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und machten uns auf die relativ kurze, doch mit einigen Höhenzügen gespickte Strecke.

Wir spulten die Kilometer herunter, ohne große Fotopausen einzulegen, damit wir die Fähre nach Lodingen auch rechtzeitig erreichten. Bis auf eine "Bananenpause" nach 50 Km:
"An einer schönen Ecke halten wir gleich an", rief Doris, um alsbald in eine kleine Straßenbucht einzubiegen. "Hier können wir die Pause einlegen". Die Straßenbucht entpuppte sich als ein von Gebüsch umwucherter versteckter Rastplatz. Doch mitten auf diesem Platz stand ein schwarzes Sofa, das noch ganz passabel wirkte. Udo freute sich darüber, " das ist mein Sofa, hier ruhe ich mich erst einmal aus", und fläzte sich als erster auf die Couch.

 

Wir erreichten gerade noch rechtzeitig die Fähre und setzten auf die Vesterälen über.

Die Inselgruppe gilt übrigens auch als Königreich für Wale.

Die nährstoffreiche Region gilt als einzige weltweit, in der man (mit einer Wahrscheinlichkeit von 95%) ganzjährig Wale entdecken kann. In den Sommermonaten lässt sich hier z.B. der riesige Pottwal beobachten.

 

Udo hatte den Abstecher auf die Vesterälen genau geplant, denn auf diesen Augenblick hatte er gewartet. Sofort nach Ankunft auf unserem Campingplatz am Gullesfjord, packte er seine Angelausrüstung aus und versprach uns zum Abendessen etwas zu fangen. Zusammen mit Hubert zog er los.

Freudestrahlend kamen die beiden nach ca. einer Stunde zurück und verkündeten stolz, einen Fisch gefangen zu haben. (Nur gut, dass wir noch Vorräte an Bratwürstchen besaßen, sonst wären wir an diesem Abend hungrig zu Bett gegangen – der noch nicht ausgewachsene Seelachs reichte nicht einmal als Vorspeise).

auf der Fähre
auf der Fähre
Hubert hält ein Stück Gletscher-Eis in Händen.
Hubert hält ein Stück Gletscher-Eis in Händen.
Udo und Hubert kommen vom Angeln...
Udo und Hubert kommen vom Angeln...
Die Mahlzeit für 6 Personen. Udo: "Ihr sollt ja nur probieren!"
Die Mahlzeit für 6 Personen. Udo: "Ihr sollt ja nur probieren!"
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Sa

24

Jun

2017

15. Etappe: Berge durchfahren

136 km, ca. 2000 Höhenmeter, Nieselregen, 11-13 Grad C

 

Nach zwei sonnigen Tagen hatte es in den Morgenstunden begonnen zu regnen. Ein leichter Nieselregen und starke Bewölkung ließen keine Hoffnung auf Besserung aufkeimen. So nahmen wir das Wetter hin wie es war, also wie die Nordmänner.
Wir starteten mit Respekt vor der für heute angekündigten Berg-Etappe, die Udo mit mehr als 3000 Höhenmeter angekündigt hatte. Zielort war der Campingplatz in Morsvik, der am der äußerste Zipfel des
 Morsvikfjords gelegen ist:

Es sollte die bisher schönste Etappe werden. Die Wetterverhältnisse spielten dabei keine Rolle, wir hatten uns darauf eingestellt und irgendwie gehörte das Schmuddelwetter heute dazu.

Die ersten 30 km rollte es wie von selbst: das eingespielte Radquartett wechselte sich in der Führungsarbeit ab und so ging es rasch voran. Bis sich uns die ersten Erhebungen in den Weg stellten, was unseren Vorwärtsdrang etwas abbremste. Ein wenig nur, da sich die Steigungen bisher in Grenzen hielten.

Dann türmte sich eine größere Bergkette  vor uns auf. „Da müssen wir rüber!“, hörte man Bernhard rufen, um sich kurz darauf zu berichtigen: „ Nein, da kommt ein Tunnel“. Über 1,2 km durchquerten wir den nur dürftig beleuchteten Tunnel. Es war merklich kühler und, wenn sich ein Fahrzeug von vorn oder von hinten näherte, dröhnte es unheimlich und laut, als stünde ein Erdbeben bevor.  Ein jeder schien erleichtert, als der Tunnel uns wieder freigab und uns das trübe Tageslicht wieder begrüßte. Noch weitere 17 (!) Mal sollte uns im Land, dem auch nachts die Dunkelheit im Sommer fremd ist, das Tageslicht genommen werden. Manche der 18 Tunnel waren nur wenige 100m, andere bis 4 km lang - aber der 19. und letzte Tunnel maß eine Länge von 7 km, und durfte von Radfahrer nicht durchfahren werden.
Es gab aber eine Ausweichstrecke – natürlich über den Berg. Diese Ausweichstraße war ein besonderer Leckerbissen, der seinesgleichen sucht. Wir hatten atemberaubende Ausblicke auf den Morsvikfjord , und das über eine kleine sich der Landschaft angepassten Straße, die sich  eng zwischen Fjord und Gebirgszug schlängelte.
 Trotz der teils giftigen Anstiege, gefolgt von welligen Abfahrten, erklärten wir diese Küstenstraße als den bisher schönsten Streckenabschnitt.

 Bleibt als Résumé, dass wir die Angabe unserer Höhenmeter revidieren müssen. Letztlich standen nur knapp 2000 hm anstatt der geplanten 3000 hm auf dem Tacho. Lag vielleicht an den vielen Tunneldurchquerungen - die auf Radmodus eingestellte Navigationssoftware hatte vielleicht einige zusätzliche Tunnelumgehungen geplant?! Hat uns nicht weiter gestört.

 

Am Zielcampingplatz hatten wir einen Standplatz direkt am Fjord, fantastisch! Und, dass die Crew wieder alles organisiert und vorgearbeitet hatte, perfekt.  Danke!

 

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Fr

23

Jun

2017

14. Etappe: Ankunft am Polarkreis

  131 m, 1200 Höhenmeter, sonnig, 9-17 Grad

 

Das Highlight der bei der heutigen Etappe auf den Weg nach Nordnes sollte die  Überschreitung des Polarkreises werden. Von unserem Quartier aus in Mo i Rana planten wir diese magische Linie nach ca. 80 km auf der E6 zu erreichen. Die E6 zeigte sich auf diesem Etappenabschnitt als sehr reparaturbedürfte Straße. Teilweise 5 cm lange Risse im groben Asphalt mahnten uns mit den schmalen Rennrad-Laufrädern zu einer vorsichtigen Fahrweise. So fanden wir zahlreiche Baustellen vor, die diesen Zustand ändern sollten.  Langsam aber stetig folgten wir der E6 in Richtung Polarkreis, meist bergauf.

Nach 70 km erreichten wir ein Höhenniveau von knapp 550 m, dennoch wandelte sich die Vegetation hier deutlich. Der Baumbestand bestand in dieser Region hauptsächlich aus hager wirkende Birken, deren Blätterwerk sich gerade erst bildete. Schon weitere 100 m höher, gedeihen nur noch Gräser und Moose in dieser von Steinen und Felsen dominierten Landschaft. Nur die vielen reißenden Bachläufe zu beiden Seiten der Straße ziehen immer wieder unsere Augen auf sich.
Dann kündigen Hinweisschilder den Polarkreis, ein Informationszentrum und Einkehrmöglichkeiten an.

 

Der nördliche Polarkreis ist eine geographische Linie auf genau 66° 33′ nördlicher Breite, die sich um den kompletten Globus zieht. Sie trennt die gemäßigte von der polaren Klimazone. Am Tag der Sommersonnenwende geht die Sonne am Polarkreis nicht unter, am Tag der Wintersonnenwende nicht auf. Diese unsichtbare Linie ist ein Besuchermagnet, der Jahr für Jahr eine steigende Anzahl von Touristen anzieht. Früher war sie nur an ein paar unscheinbaren Gedenksteinen erkennbar, seit 1990 gibt es aber das Polarsirkelcenter, ein Besucherzentrum genau an dem Punkt gelegen, an dem die E6 den Polarkreis schneidet.

Wir wollten uns hier nicht lange aufhalten, da der scharfe Wind sehr unangenehm an unserer Kleidung zerrte. Also wurden nur einige Runden auf dem Parkplatz des Besucherzentrums gedreht, um einige Fotos zu schießen. Das Polarsirkelcenter ist zwar ein architektonisch interessanten Gebäude, in dem wir als Souvenir u.a ein Polarkreisüberschreitungszertifikat hätten erwerben können. Wir beschlossen anstatt dessen an unserem Ziel-Campingplatz mit einem Gläschen Sekt  auf die Polarkreisüberschreitung anzustoßen.

Es folgte eine 50 km lange rasante Abfahrt, die uns wieder in eine um 12 Grad wärmere Region mit üppiger Vegetation katapultierte.

Heute, am 23. Juni, zelebrieren die Norweger das Fest der Sommersonnenwende, das bis in den Morgen hinein bei „Tageslicht“ gefeiert wird. Auf unserem Campingplatz, 50 km nördlich des Polarkreises, geht es eher gemächlich zu. Wir sitzen bis 22:30 in der Sonne und belassen es bei dem einen Gläschen Sekt. Denn morgen steht uns eine Bergetappe bevor, die über 3000 Höhenmeter haben soll.

 Hinweis: Jetzt sind es "nur" noch knapp 1000 Rad-Kilometer bis zum Nordkap!

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Do

22

Jun

2017

13. Etappe: von Trofors nach Mo i Rana

Nordkap: 1270 km
Nordkap: 1270 km

 

131 km, 1500 Höhenmeter, sonnig 12-16 Grad

Schon vor dem Frühstück um 7:00 Uhr zeichnete sich ein ungewöhnliches Phänomen ab: die Sonne schien und kündigte trockenes Wetter an. „Lasst uns möglichst früh starten! Solange es trocken ist, können wir Strecke machen“, bemerkte Udo, „und nehmt das Regenzeug mit!“

 

Wir sollten die Regenkleidung heute nicht auspacken, das Wetter zeigte sich von seiner besseren  Seite. Es ging in das ca. 125 km entfernte Mo i Rana, eine Stadt am Ende des Ranfjords in der Kommune Rana in Norwegen, die nur wenige Kilometer südlich des nördlichen Polarkreises liegt. Die Stadt Mo i Rana ist mit 18 000 Einwohnern die größte Gemeinde des Helgelands.

 

Bester Laune und für alle Wetterlagen gewappnet, ging es wieder auf die E6 in Richtung Norden.  Wir nahmen Fahrt auf und konzentrierten uns darauf voranzukommen - aber immer mit einem Auge auf die Schönheiten der Natur links und rechts der Straße. Es gab zahlreiche Steigerungen, aber nie über 8% und einige kleine Tunnel, die wir Dank unsere MagicLight Ausrüstung sicher durchfuhren. Mit Ausnahme eines Tunnels, der 7 km durch ein Bergmassiv führte und für Radler gesperrt war. Alternativ mussten Radfahrer und auch Fußgänger den Umweg ÜBER den Berg nehmen. In Serpentinen mit bis zu 11 % Steigerung und mit 10 km Umweg hatten wir das Vergnügen die 400m Höhenunterschied durch eine traumhaft schöne Landschaft zu klettern. Am höchsten Punkt angekommen, erwartete uns ein kleines Schneefeld.

 

Udo stieg vom Rad und stellte es im Schnee ab, sah irgendwie skurril aus, was uns dazu animierte es ihm gleichzutun. Während wir einige Fotos davon machten, hielt Udo die nächste Überraschung für uns bereit: hinter einem Gebüsch hatte er ein Paar alte, weggeworfene Skistöcke gefunden. Dazu zwei Bretter, auf die er sich stellte – fertig war der Skifahrer.

 

Den Rest der Etappe spulten wir dann ohne Störungen ab, bis auf die kurze Kaffeepause am Radlertisch, den wir in dem Café fanden.  
Das Hinterrad von Hubert (reparierter Felgenriss) hielt übrigens durch.  Hubert: „Udo‘s gute Handarbeit für meine Beinarbeit“.

 

In Mo i Rana angekommen, hatte die Begleit-Crew, bestehend aus Doris und Maren, schon alle Vorbereitungen für den täglich notwendigen Ablauf der gesamten Tour-Mannschaft getroffen: Campingplatz suchen, Fahrzeuge positionieren, Pavillon aufbauen, die Hunde versorgen, das Essen zuzubereiten… Wirklich toll, vielen Dank dafür.

 

Udo und ich mussten nur noch unsere  Zelt aufbauen, die vom letzten Campieren noch klamm und feucht waren und nun in der Sonne schnell trockneten. Für morgen ist ebenfalls gutes Wetter angesagt.

 

                

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Mi

21

Jun

2017

Etappe 12: Das Wetter diktiert den Etappenverlauf

70 km , 600 Höhenmeter, Dauerregen, 8-11 Grad

 

Leider sind wir heute nicht so richtig voran gekommen: nach nur 70 km beendeten die Pedaleure die Tour für heute. Permanenter Regen und niedrige Temperaturen nagten an der guten Laune. Auch um keine Erkältung oder Schlimmeres zu riskieren, wechselten wir auf die Begleitfahrzeuge und setzten damit die Fahrt nach Trofors fort.

 

Am Morgen waren wir mit unserem ungebetenen, aber ständigen Begleiter - Regen - gestartet,
Die Strecke war navigationstechnisch anspruchslos – die Route führte immer der E6 entlang nach Norden – verfahren unmöglich.
Wir verlassen hier die Region Trondelag und bewegen uns auf die arktische Region Nordland zu, einem endlos langen und schmalen Streifen Land nördlich von Trondheim. Nur zwei Straßen bahnen sich den Weg nach Norden, einmal, die Hauptverkehrsader E6 durch ein dicht bewaldetes Tal, die andere über die zahlreichen Fähren, immer am Meer entlang.

 

Wir bewegten uns entlang Hauptverkehrsader, die hier auch recht viel befahren wird, begleitet von einem fast reißenden kleinen Fluss, namens Nansen, der späten in den Nansen-Fjord mündet. Sehr malerisch anzuschauen, auch wenn sich unsere Begeisterung wegen gelegentlich auftauchender kleinerer Eisschollen in Grenzen hielt.

 

Umso dankbarer waren die heutigen Akteure, ins warme Wohnmobil wechseln zu können, wo sie von der Begleitmannschaft mit Kaffee und Schnittchen empfangen wurden.

 

Am Campingplatz in Trofors wurden wir dann von zwei Herren aus dem Raum Köln angesprochen, die ebenfalls hier ihr Quartier bezogen hatten. Sie kamen gerade vom Nordkap und waren bereits wieder auf dem Rückweg. Heute wäre ihr erster Regentag gewesen, ansonsten könne man sich auch jetzt mit leichter Bekleidung am Nordkap bewegen.

Das lässt hoffen! Natürlich sprachen wir noch über unsere Aktion und übergaben einen Flyer.

 

 

 

Schlechte Laune: nicht bei mir!
Schlechte Laune: nicht bei mir!
ich habe alles angezogen was ging
ich habe alles angezogen was ging
Sonnenuntergang: 0:42  Uhr!  Sonnenaufgang: 01:34 Uhr!
Sonnenuntergang: 0:42 Uhr! Sonnenaufgang: 01:34 Uhr!
Sie betreten die arktische Region Nordland
Sie betreten die arktische Region Nordland
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Di

20

Jun

2017

Etappe 11: Felgenriss

 

75 km, 690 Höhenmeter, Dauerregen, Felgenriss

 

Durch die späte Ankunft am gestrigen Standort, konnten wir uns nur auf die notwendigsten Arbeiten konzentrieren – Zelte aufbauen und Essen zubereiten. So mussten andere Aufgaben hinten angestellt werden, wie Bericht schreiben sowie Huberts lädiertes Rad kontrollieren.
Unter erschwerten Bedingungen – der Himmel hatte seine Pforten soweit es ging geöffnet – versuchte Udo die Ursache für die Unwucht in der Felge des Hinterrades zu finden. Und er wurde fündig. Ein 5 cm langer Riss in der Felge ließ Huberts Hinterrad „eiern“, und das auf beiden Seiten. So konnte Hubert die Fahrt nicht fortsetzen. Wir beschlossen, auf dem Weg zur nächsten Zielankunft, Soria Moria, ca. 75 km nord-östlich von Trondheim, nach Ersatz zu suchen.

 

Bernhard und Ralf hatten sich in voller Regenkluft, inkl. Überschuhe und Winterhandschuhe auf ihre Rennräder begeben und sich trotz der hohen Luftfeuchtigkeit auf den Weg gemacht.
Schon bald mussten wir die Brillen abnehmen, weil die Wassertropfen auf ihnen uns einen klaren Blick verwehrten. Aber nicht auf die schöne Natur: links von uns ein reißender Fluss, dahinter steile bewaldete Hänge, deren sattes Grün ab und an durch die weiße Gischt herabstürzender kleiner Wasserfälle unterbrochen wurde. Vor uns die sich sanft schlängelnde Straße, die mangels Autoverkehr fremdartig idyllisch auf uns wirkte. Die Schleier aus Regen gaben dem Bild einen sanften melancholischen Ausdruck.

 

Dennoch schlich sich der Regen nach und nach in unsere Kleidung. Deshalb galt es, den Puls immer hoch zu halten, damit sich die Nässe an uns nicht in Kälte in uns wandelte.

 

Nach ca. 75 km trafen wir uns mit den Begleitfahrzeugen und erfuhren, dass wir etwas von der Strecke abweichen mussten, damit wir eine Ersatzfelge für Hubert organisieren können. Da die Radfahrer nicht mehr zu Umwegen bereit waren, wurden wir uns einig, mit den WoMos den Ort Steinkjer anzusteuern.
Dort fanden wir dann auch den entsprechenden Anbieter von Radzubehör. Doch als wir den Preis für das Hinterrad, das auch noch von minderer Qualität war, erfuhren, waren wir enttäuscht.
Und nicht bereit den zweieinhalb-fachen Preis wie bei uns dafür hinzublättern.

 

Während der Fahrt zurück auf unsere Strecke grübelte Udo darüber nach, wie er das Problem lösen konnte. Irgendwann – wir waren schon auf der Suche nach einem Campingplatz – rief er: „Ich hab’s! Hubert, wenn wir am Platz sind, werde ich das Rad fahrbereit machen“.

Die Suche nach einem geöffneten Campingplatz war nicht einfach, aber nach einigen Kilometern wurden wir mit einem Platz direkt an einem Wasserfall belohnt. Für die Zeltbewohner Udo und Ralf gab es sogar eine kleine beheizte Hütte (6,0 qm).

 

Udo machte das Hinterrad wieder fahrbereit, in dem er die Stelle des Felgenriss‘ entlastete. Eine Speiche wurde gelöst, die anderen entsprechend justiert, so lief das Rad wieder rund. Die nächste Etappe wird zeigen, ob die Behelfsreparatur ausreichend war. Dennoch werden wir bei nächster Gelegenheit erneut nach Ersatz zu suchen.

 

ein paar km müssen wir noch (Standort=Pfeil)
ein paar km müssen wir noch (Standort=Pfeil)
immer diese Störungen ?
immer diese Störungen ?
Hauptsache, ein Dach über den Kopf.
Hauptsache, ein Dach über den Kopf.
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Di

20

Jun

2017

Etappe 10: es geht voran - immer in Richtung Norden - bis Trondheim (75 km östlich)

 155 km, 950 Höhenmeter gewölkt, Regen 9-14 Grad Celsius

 

Nach einer guten Nacht in der grasbedeckten Campinghütte, sahen wir der heutigen Etappe mit gemischten Gefühlen entgegen. Der Wetterbericht sagte eine hohe Regenwahrscheinlichkeit voraus. Vorsichtshalber packten wir unsere Regenkleidung in die Rucksäcke, auch wenn es am Morgen zunächst noch trocken war, wenn auch nicht sehr warm. Das stellte sich schon nach wenigen Kilometern als eine gute Idee heraus. Glücklicherweise hielt der Regen nur bis Mittag an, danach war es nur noch kühl. Ein typisches Wetter für Norwegen, wie uns ein hier lebender Deutscher bestätigte, der durch die beschrifteten Begleitfahrzeuge auf uns aufmerksam geworden war. Dies geschah an unserem Verpflegungs-Treffpunkt nach ca. 70 Km der heutigen Route. Der knapp 80-jährige ehemalige Lehrer kam aus Deutschland und war vor 60 Jahren nach Norwegen eingewandert. Sehr interessiert zeigte sich der Landsmann von unserem Vorhaben mit dem Rad bis zum Nordpol zu gelangen, worüber wir ihn gern informierten. Er berichtete aus seiner Erfahrung mit den hier anzutreffenden Wetterverhältnissen: insbesondere sollten wir die Unbeständigkeit des Wetters und die raschen Wetterumschwünge nicht unterschätzen. So sei es durchaus nicht ungewöhnlich, dass es im Juni noch schneit und mit Frost zu rechnen sei. OK! wir behalten das einmal im Hinterkopf. Mit der Übergabe unseres Infoflyers verabschiedeten wir und von dem freundlichen Herrn.

 

„Hubert, Dein Hinterrad eiert, lass uns das gleich nachschauen“, rief Udo während einer kurzen Abfahrtspassage seinem Vordermann zu. Beim nächsten Halt  konnten wir zunächst die Ursache für die Unwucht in der Felge nicht erkennen. Unser „Schrauber“ Udo löste die Hinterradbremse, um den Abstand der Bremsgummis zur Felge zu vergrößern, damit sie sich nicht berührten.  Udo: „Das schauen wir uns heute Abend noch einmal genauer an“.

 

Die Fahrt wurde fortgesetzt und führte uns vorbei an einem 45 qkm großen See, der als Fischereiparadies ausgewiesen war. Zahlreiche Fischerhütten und Bootsanlegestellen säumten die Ufer dieses Gewässern. Udo, der seine Angelausrüstung mitgebracht hatte, war aber nicht daran interessiert hier seine Angel auszuwerfen. „Süßwasserangeln ist nichts für mich, wir gehen später auf den Vesterälen auf Dorschfang, dort werden wir in 30 Min. mehr fischen als wir essen können. Aber stundenlang an einem See sitzen und darauf warten, dass mal ein Fisch anbeißt, nein, ohne mich!“

 

 Nach einem längeren Anstieg wandelte sich die Landschaft wieder. Wir befanden uns wieder auf einer Höhe von knapp 1000 m und der Wind blies uns scharf entgegen. Die Temperatur war auf unter 10 Grad  gesunken, doch durch den Anblick der schneebedeckten höheren Berge rings um uns sowie kleinerer Schneeflecken entlang der Straße empfanden wir die Kälte noch intensiver. Gefühlt kanp über Null.

 

Wärmer wurde uns erst durch eine FÜR UNS erstaunliche Entdeckung: „Schaut nach links, sofort anhalten“, rief ich meinen stoisch wirkenden Mitfahrern zu. „Was sind das?“, das müssen wir uns näher ansehen. Wir warfen die Räder ins Gras und näherten uns der auf einer Lichtung grasender Herde – Rentiere.
Noch bevor wir für die Fotos nah genug an die Tiere herankommen konnten, hatten sie uns bereits gewittert und flüchteten ins Birkengebüsch.

 

Auf den folgenden 10 Km trafen wir diese Tiere dann noch häufig und in großer Zahl an. Auch wenn sie sich frei in der Natur bewegten, ließ uns die Vermutung nicht los, dass die Tiere hier auf diesem Plateau gezüchtet wurden.

 

Die Temperaturen waren auch auf den restlichen 25 Km nicht gestiegen, auch der Regen setzte wieder ein. So ersehnten wir die baldige Ankunft an unserem Ziel-Campingplatz.
Per WhatsApp erhielten wir von den Begleitfahrzeugen die Nachricht, dass der Campingplatz z.Zt. nicht in Betrieb sei und auch der nächste, 5 km entfernte, ist geschlossen. Klasse!

 

Am dritter Campingplatz, den wir darauf ansteuerten, war auch kein Zeichen jedweder Campingaktivitäten zu entdeckten. So machten wir von dem Jedermannsrecht in nordischen Ländern Gebrauch.

 

 

 

 

 

Hubert: wir radeln für den wertkreis zum Nordkap....
Hubert: wir radeln für den wertkreis zum Nordkap....
ein Paradies für Fischer - nicht für Udo
ein Paradies für Fischer - nicht für Udo
Können wir nicht gleich auf die richtige Straße?
Können wir nicht gleich auf die richtige Straße?
Wasserfälle sind hier reine Rarität
Wasserfälle sind hier reine Rarität
Mit ganz viel Phantasie erkennt man die Rentiere.
Mit ganz viel Phantasie erkennt man die Rentiere.
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So

18

Jun

2017

Etappe 9: Norwegische Höhenluft genießen, von Ringebu nach Alvdal (Tynset)

153 Km, 1850 Höhenmeter, sonnig und windig und schön

 

An diesem Morgen stand eine anspruchsvolle Etappe mit knapp 1900 Höhenmeter auf dem Programm. Nachdem wir schon gestern an Lillehammer vorbei ein ausgewiesenes Wintersportgebiet passiert hatten, galt das erst recht für die heutige Etappe.

 

Gleich zu Beginn stiegen wir in den Berg ein: für eine Strecke von ca. 14 Km ging es bis 1050 m hoch. Auffällig waren die langen geraden Anstiege, die oft 10-12 % Steigung aufwiesen, anders als wir es von den Alpenpässen kannten, hat man hier auf Serpentinen verzichtet, die etwas Schärfe aus den Steigungen genommen hätte.
Auf ca. 1000
  Höhe war die Baumgrenze erreicht und wir befanden uns plötzlich in einer anderen Welt. Das Hochplateau stieg noch bis auch 1150 an und erinnerte an eine Zauberwelt: die felsige Oberfläche war bedeckt von hellgrünen Flechten und Moosen, dazwischen waren kleine Teiche gestreut und an schattigen Hängen weiße Farbtupfer aus vom Winter vergessenen Schnee. Eingerahmt wurde diesen Landschaftsbild von Bergriesen, die mit ihren schneebedecken Gipfeln eine alpine Kulisse bildete.
Auf dem Hochplateau waren vereinzelt Holzhütten anzutreffen, die sich mit ihren grasbedeckten Dächern unauffällig in das Bild einfügten. Selbst die kleine Kapelle war nur durch das herausragende spitze Türmchen als eine solche zu erkennen.

 

Die Begleitfahrzeuge hatten eine vielleicht noch spektakulärere Route eingeschlagen. Denn die gewählte Straße war teilweise nur einspurig und zwang die Piloten mehrmals bei Gegenverkehr in Haltebuchten zu warten, bis die Weiterfahrt wieder möglich war. Den beiden mitgereisten Hunden, Lotte und Paul war diese Fahr-Akrobatik nicht ganz geheuer und machten dem Fahrer klar, einige Stopps zusätzlich einzulegen, damit auch sie die schöne Landschaft erschnuppern konnten.

 

Die Radfahrer hatten nach dem zeitraubenden Anstieg und einigen Fotostopps Dampf gemacht, um wieder etwas Zeit aufzuholen. Da kleinere Steigungen und Gegenwind die Abfahrt immer wieder bremsten und damit an den Kräften zerrte, beschlossen Udo und Ralf eine Kaffee-Pause einzulegen. Das war gar nicht so einfach, DA heute Sonntag war und selbst in den durchquerten Dörfern jegliche Einkehrmöglichkeit geschlossen hatte. „Dann müssen wir eben an der nächsten Tankstelle versuchen, unseren Proviant wieder aufzufüllen“, sagte Ralf. Leider war auch die nächstgelegene Tankstelle nur eine kartenbetriebene TANKstelle. 50 Km vor unserem Ziel fanden wir dann einen Campingplatz mit einer Art Café/Kiosk/Schnellimbiss, der uns vor einem „Hungerast“ rettete.

 

Auf dem letzten Teilstück konnte es uns dann auch nicht mehr stören, dass Udo’s neu entdeckte Abkürzung quer über einen Berg fast 10 Km durch den Wald führte. Glücklicherweise waren die Schotterwege einigermaßen befahrbar.

 

Im Camp angekommen, waren wir dankbar, dass alles schon vorbereitet war, wir keine Zelte aufbauen müssten und ein super Essen auf uns wartete.

 

ein kurzer Blick zur Seite beim Anstieg
ein kurzer Blick zur Seite beim Anstieg
Kapelle mit Grassdach auf dem Hochplateau
Kapelle mit Grassdach auf dem Hochplateau
in Camp empfing uns Maren mit einer warmen Suppe
in Camp empfing uns Maren mit einer warmen Suppe
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Sa

17

Jun

2017

Etappe 8: von schlechten Wegen und schönen Straßen

 

135 km, 1500 Höhenmeter, sonnig bis 26 Grad Celsius 

Heute war das Wetter wie ausgewechselt: schon am frühen Morgen gegen 5:30 schien die Sonne wie zur Mittagszeit bei uns. So konnten wir in den Sommertrikots an den Start unserer heutigen Etappe ins 135 Km entfernte Elstad gehen. Es ging sofort einige Km bergauf, so dass wir uns gleich auf den Anstieg konzentrieren mussten. Den Kopf gesenkt, den Puls schon auf 140 übersahen wir die seltsamen Warnschilder, die jeweils ein Schattenbild eines kleinen und eines größeren Tieres darstellte. So war unsere Verwunderung groß, als Glockengeräusche unsere Aufmerksamkeit auf sich lenkte: zwei freilaufende Schafe spazierten am Straßenrand entlang und ließen sich weder durch uns, noch durch die wenigen vorbeifahrenden PKW’s stören. Auf einem kleinen Plateau in ca. 600 m Höhe stießen wir sogar auf eine kleine Herde blökender Schafe, die uns kaum passieren lassen wollten, sie machten sogar Anstalten uns zu verfolgen.

 

Wenig später, die Straße war inzwischen zu einem Schotterweg mutiert,  wurden wir erneut zum Anhalten gezwungen. Hier war der Weg wegen Bauarbeiten  gesperrt. „Mit den Rädern können wir weiterfahren, wir kommen sonst zu weit von unserer Route ab“, überredete Bernhard uns zur Weiterfahrt auf dem Schotterweg. Das erwies sich eindeutig als ein Fehler, denn nach Schotterbelag folgte Matsch und Lehm. Die Räder versanken 10 cm tief im weichen Lehmboden. Es blieb uns nichts anderes übrig, als unsere Zweiräder am Wegesrand entlang zu schieben, teilweise mussten wir sie sogar schultern, damit wir vorankamen. Wir trafen auf einen Bauleiter, der uns mitteilte, dass es nur noch 500 m so weiter gehe und wir danach wieder festen Bodenbelag antreffen würden. Letztlich dauerte es jedoch noch 3 Km, bis wir die Fahrt mit völlig verdreckten Rädern und Schuhen wieder aufnehmen konnten.

 

Danach führte uns die heutige Etappe über eine Traumstraße entlang eines Sees bzw. mehrerer Seen, so dass wir die weitere Fahrt mit der Sonne im Rücken gut gelaunt fortsetzen konnten. Unterwegs trafen wir immer wieder Rennradgruppen, die uns im Renntempo und von Begleitfahrzeugen eskortiert entgegenkamen. Hier wurde offensichtlich eine Radrennveranstaltung ausgetragen.

 

Etwa 5 Km vor dem Ziel durchquerten wir ein kleines Städtchen, in dem eine Veranstaltung für „Holzfäller-Sport“ stattfand.  Man hörte Kettensägen schreien und laute Musik dröhnte aus den Lautsprechern. Unsere Neugierde zwang uns zu einem außerplanmäßigen Halt.
Dort, wo die meisten Menschen versammelt waren, stellten wir unsere Räder zur Seite und gingen auf die Menschtraube zu. Auf einer Bühne waren dicke Baumstämme aufgestellt, andere Stämme lagen links und rechts daneben. Ein Ansager kündigte einen „stämmigen“ jungen Mann an, der eine blinkende Axt in Händen hielt und in sich versunken auf seine Einsatz wartete. Nach einem Kommando des Ansagers wirbelte der junge Mann wie entfesselt mit seiner Axt auf einen ca. 4 m hohen aufrecht stehenden Baumstamm ein. Zunächst trieb er eine Kerbe in 1 m Höhe in den Stamm, keilte ein Brett in die Kerbe ein und stellte sich auf das Brett. Dann wiederholte er die Prozedur und stellte sich auf das zweite Brett. Von hier auf bearbeitete er den Stamm solange, bis das letzte Stück des Stamms abgeschlagen war.
Auch eine interessante Sportart.

 

Eine interessante Tour endete auf dem schon obligatorischen Campingplatz am See, heute in Elstad.

hier wird Wolle von freilaufenden Schafen produziert
hier wird Wolle von freilaufenden Schafen produziert
hier MÜSSEN wir durch
hier MÜSSEN wir durch
eine Tramstraße
eine Tramstraße
die Trinkflasche wird am Wasserfall aufgefüllt
die Trinkflasche wird am Wasserfall aufgefüllt
Hallo Radlerin, willst Du mitfahren?      hhhmmm???   NEIN!
Hallo Radlerin, willst Du mitfahren? hhhmmm??? NEIN!
Holzfäller - Sport
Holzfäller - Sport
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Fr

16

Jun

2017

7. Etappe: Norwegen erleben, von Eikern bis Randsfjorden

138 km, 1790 Höhenmeter, meist regnerisch, Temperatur: 14-17 Grad Celsius

 

 

Bei der heutigen Etappe sollte  uns gleich zu Beginn unserer ersten Radetappe in Norwegen die ganze Schönheit und der rauhe Charakter dieses Landes gezeigt und bewusst gemacht werden.
Es begann schon in der Nacht, als mich prasselnde Regen in meinem Zelt aus dem Schlaf riss. Es ist schon erstaunlich, welche Resonanz die Regentropfen auf dem straff gespannten Zeltdach erzeugen und mit dem Wind als Dirigenten ein seltsames Naturkonzert darbieten konnten. Das hatte ich zwar so nicht bestellt, war aber irgendwie froh die schützende Zeltplane zwischen mir und dem norwegischen Wetter zu haben.

 

Am Morgen hatte sich der Regen zunächst gelegt, so dass wir die Zelte abtrocknen und abbauen konnten.  Unser gelber kleinen Rucksack wurde mit regenfester Kleidung bestückt – jeder packte eine Regenjacke, eine zusätzliche Regenhose und Überschuhe ein, Bernhard war zusätzlich mit einer Helm-Regenhaube ausgestattet – zusätzlich die selbstgebackenen Müsliriegel von Hubert als Proviant verstaut starteten wir in den trüben, wolkenverhangenen Morgen. Unsere Strecke führte uns zunächst an unserem Campingsee (Eikeresee?) entlang, der sich über mehrere Km erstreckte und entfernte sich dann etwas von diesem. Das bedeutete, dass wir uns kaum noch dem schönen Anblick dieser fantastischen Landschaft widmen konnten, sondern unsere Konzentration von den bevorstehenden Anstiegen in Anspruch genommen wurde. Der Straßenverlauf erwies sich als äußerst abwechslungsreich; immer ging es rauf, dann ein wenig runter, nie geradeaus. Ein Traum für jeden Radfahrer (und Motorradfahrer wissen das auch zu schätzen, man trifft sie hier zahlreich an), wenn das Wetter nur besser gewesen wäre: nach 20 Km ergoss sich ein Schauer, dem unsere rasch übergestreifte Radbekleidung kaum standhielt. Glücklicherweise wechselten Schauer- und Trockenphasen einander ab. Nach 75 Km hatten wir einen Treffpunkt vereinbart, um Proviant aufzunehmen. Dabei nutzen wir den Stopp, um auch unsere Radbekleidung zu wechseln, damit wir die Etappe wieder trocken fortsetzen konnten. Die Steigungen nahmen zu und der Regen hielt uns in Bewegung. Warum? Weil wir uns unterwegs ständig umzogen - Regenjacke an, beim Anstieg wurde es dann zu warm, Regenjacke wieder ausgezogen, und das gefühlte 20 Mal.

 

15 Km vor dem Ziel bekamen wir von unseren fürsorglichen Begleitern im Wohnmobil die Info, dass der eingeplante Ziel-Campingplatz nicht mehr existierte. Was nun? Schnell eine Alternative möglichst in der Nähe suchen! Dank Internet und Navi war rasch ein neuer Platz gefunden. Dieser lag zwar nicht ganz auf unserer Route, aber das war egal. Wir hatten sogar das Glück, dass wir eine einfache Hütte für die beiden Zeltbewohner Udo und Ralf ergatterten, so dass wir die Zelte nicht im Regen aufbauen mussten und unsere Wäsche trocknen konnten.

 

Besondere Vorkommnisse:

 

-          Heute Morgen stellte Udo für sich fest, dass er der „ruhende Pol“ unserer Crew sei.(??)

 

-          Hubert, heute der Küchenmeister, auf die Frage, von Bernhard, wie das Gericht schmeckt: „schnell und lecker“  (es handelte sich um ein indisches Reisgericht, das schnell zubereitet war und auch gut schmeckte)

 

Bernhard ist jedem Wetter gewachsen
Bernhard ist jedem Wetter gewachsen
kuriose Gestalten am Straßenrand
kuriose Gestalten am Straßenrand
Jetzt kann die Regenjacke wieder ausgezogen werden, oder lieber doch nicht??
Jetzt kann die Regenjacke wieder ausgezogen werden, oder lieber doch nicht??
Panoramablick aus dem WoMo
Panoramablick aus dem WoMo
Schutzbleche werden angebracht
Schutzbleche werden angebracht
weiter geht's
weiter geht's
auch wir gehören zur Crew (und träumen gerade von Burgern)
auch wir gehören zur Crew (und träumen gerade von Burgern)
alt und einfach; aber für eine Nacht trocken untergebracht
alt und einfach; aber für eine Nacht trocken untergebracht
Abendstimmung
Abendstimmung
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Do

15

Jun

2017

Etappe 6: Überführungsetappe von Dänemark nach Norwegen

 

Heute verlassen wir morgens gegen 8:00 Uhr unseren Campingplatz, um mit der Fähre in Hirtshals  nach Langesund in Norwegen überzusetzen. 5,5 Stunden sollte die Überfahrt dauern, inklusive Ein- und Auschecken kommen nochmals 2,5 Stunden dazu. Damit zu wenig Zeit, um an diesem Tag noch eine Radetappe aufzunehmen. So nahmen wir, wie von Udo geplant, diese Überführungsetappe als Urlaubstag wahr.

 

Die anschließende Fahrt mit den Fahrzeugen zu unserer heutigen Unterkunft, durch die malerische Landschaft Norwegens, wo sich waldreiche Berge mit zerklüfteten Seen abwechselten, verlieh uns einen Vorgeschmack auf die kommenden Tage. „Habt ihr diese Kniepels gesehen?, staunte Hubert über die zahlreichen Steigungen. Uns blieb nichts übrig Hubert als mit einem ungläubigen Kopfnicken zuzustimmen. So langsam wurde uns bewusst, dass Udo mit seinen im Vorfeld vorausberechneten Höhenmetern - für einige Etappen waren 4000 Hm und mehr angekündigt - Recht behalten sollte. Aber da lassen wir uns nicht entmutigen, sondern etwas einfallen. Evtl. muss eine Etappe dann auch mal geteilt werden.

 

Unseren Campingplatz erreichten wir bei strahlendem Sonnenschein. Umringt von bewaldeten Bergen an einem See gelegen, ließen sich die Zelte hier leicht aufbauen und wir genossen den Rest des Tages.

 

Das Foto vom Campingplatz am See kündigt für morgen kein gutes Wetter an...
Das Foto vom Campingplatz am See kündigt für morgen kein gutes Wetter an...
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Do

15

Jun

2017

5. Etappe, Dänemark durchquert

146 Km, windig und meist sonnig, 860 Höhenmeter

Maren überreicht den Nordkap-Infoflyer: bei der Ankunf in Hirtshals (DK) wurden wir von einem interessierten Campingbesucher herzlich empfangen
Maren überreicht den Nordkap-Infoflyer: bei der Ankunf in Hirtshals (DK) wurden wir von einem interessierten Campingbesucher herzlich empfangen

bei der Ankunft unseres heutigen Etappenziels am nördlichsten Punkt von Dänemark, eröffnete sich uns ein atemberaubender Panoramablick auf die Nordsee. Wir standen in der ersten Reihe des direkt am Meer gelegenen Campingplatzes.

Es dauerte nicht lange, da näherte sich unser Campingnachbar unserem Standplatz. Hartmut Schulze aus Emden hatte die Aufkleber auf dem Wohnmobil gesehen und wollte mehr zu unserem Vorhaben wissen. Dann erzählte er uns von seinem Sohn Matthias, der während seiner Zivildienstzeit in den Beschützenden Werkstätten in Emden Menschen mit Behinderung betreut hatte und hieraus sehr positive Erlebnisse und einschneidende Erfahrungen gezogen hatte.

Er wünschte uns eine gute Weiterfahrt und versprach unsere Tour zu verfolgen.

 

Die Etappe heute war nicht sehr spektakulär. so spulte das Fahrer- Quartett bestehend aus Doris Hubert, Udo und Ralf, die 146 km durch die unaufgeregte Landschaft ab. Immer wieder störte der böige Wind, der uns heute teilweise von vorn kommend ärgerte. Abwechslung brachte ein kurzer Zwischenstopp in Aalborg.

Aalborg ist eine dänische Großstadt mit Seehafen und Verwaltungssitz der Region Nordjylland und nach Kopenhagen, Aarhus und Odense die viertgrößte Stadt des Landes.

Während einer Pause in der Innenstadt nutzen wir die Gelegenheit  über unsere Tour per Flyer zu informieren.

 

 

Pause in Aalborg
Pause in Aalborg
Aalborg
Aalborg
Unterwegs
Unterwegs
Udo und Ralf sind immer für einen Spaß zu haben
Udo und Ralf sind immer für einen Spaß zu haben
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Di

13

Jun

2017

4. Etappe: Dänemark ist nicht flach

176 km, windig, Wetter sonst gut, 1350 Höhenmeter

Die heutige Etappe sollte uns ins 160 km entfernt gelegene Randers führen, wo uns ein Campingplatz als Quartier erwartete. Wie man an der "Anzugsordnung" auf dem Foto zum Start in Haderslev sieht, konnte das Wetter nicht allzu gut sein. Vorweg gesagt: bis auf einen anfänglichen Schauer blieb es trocken. Aber dafür blies der Wind wie schon am gestrigen Tag sehr stark. Das schreckte das heutige Team, das aus den drei Fahrern Doris, Ralf und Udo bestand nicht ab, gut gelaunt die ersten 90 Km aufzunehmen. In Horsens hatten wir eine Pause mit Fahrerwechsel geplant. Zusätzlich nahmen wir uns in der hübschen Stadt Vejle kurz Zeit die Innenstadt zu besichtigen. Udo unternahm akrobatische Verrenkungen ein schönes Foto zu schießen.

Fast hätten wir die geplanten 90 Km bis zum Treffpunkt um +24 km  überschritten. Fast! Denn Udo führte uns gemäß seinem altgedienten und zuverlässigen Navi auf eine Straße, die eigentlich durch ein Tor anzeigte, dass sie zu einem Werksgelände gehörte. Da das Tor geöffnet war, empfahl Udo: "Hier muss es weitergehen, alles andere wäre ein Umweg! Ha, geht gar nicht anders, 24 Km Umweg, weiter!"

Es handelte sich um eine zum Betrieb gehörende Straße einer Großmolkerei, die nach 3 Km vor einem verschlossenen Tor endete.

"Ich fahr doch jetzt nicht zurück", schimpfte Udo und drehte unruhig wir ein Tiger in seinem Käfig von rechts nach links seine Runden vor dem verschlossenen Tor, unablässig seine Schimpftiraden von sich gebend.

Dies zeigte Wirkung: langsam öffnete sich das elektrisch gesicherte Tor und entließ die gefangenen Radfahrer in die Freiheit.

Wenig später erreichten wir den vereinbarten Treffpunkt und Hubert und Bernhard lösten Udo und Doris als Fahrer ab.

Die dann folgenden 86 Km (70 Km geplant) kämpften wir nicht nur mit dem Wind, sondern auch mit der Technik: das Navi stürzte ab und quittierte kurz darauf ganz seine Dienst. Die letzten 40 Km waren dann ein Tasten und Stochern im Nebel, dennoch kamen wir - mit dann etwas mehr Km in den Beinen -  am Campingplatz in Randers an.

Auf dem Campingplatz fielen wir sofort auf, was dafür sorgte, dass wir mit den Menschen ins Gespräch kamen und ihnen unsere Spendentour erläutern konnten. Als sehr hilfreich erwiesen sich die Flyer, die nicht nur in deutscher Sprache unser Spendenprojekt erklärte, sondern ebenfalls auf norwegisch den Hintergrund unserer Tour zeigte.

 

Die Innestadt von Vejle ist ein Besuch wert
Die Innestadt von Vejle ist ein Besuch wert
endlich öffnete sich das Werkstor und ermöglicht uns die Weiterfahrt
endlich öffnete sich das Werkstor und ermöglicht uns die Weiterfahrt
diese Kochstelle trotzt auch windigsten Verhältnissen
diese Kochstelle trotzt auch windigsten Verhältnissen
und sorgt für ein zünftiges Gericht für die hungrigen Sportler
und sorgt für ein zünftiges Gericht für die hungrigen Sportler
... und es schmeckt einfacht köstlich!
... und es schmeckt einfacht köstlich!

Eine neue Hose für Udo.

Udo hat sich  beim Packen seiner Reiseutensilien gänzlich auf die Radsportkleidung konzentriert. 3 kurze Radhosen, 2 x 3/4 und 2 lange, unzählige Radtrikots, Windstopper, Regenjacke, Armlinge, Beinlinge, Radsocken und, und, und

Aber keine lange Freizeithose!

"Maren, kannst Du mir nicht eine günstige Freizeithose kaufen, Trainingshose oder was ähnliches - aber günstig. Danke!"

Maren war äußerst erfolgreich - Udo war hochgradig zufrieden! (Ob es am Preis lag?)

 

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Mo

12

Jun

2017

3. Etappe von Hochdonn nach Haderslev (DK)

162 km, wenig Sonne, dann bewölkt, später Regen, immer windig und stark böig von Westen)

Abfahrt zur dritten Etappe, alle Protagonisten noch gut gelaunt
Abfahrt zur dritten Etappe, alle Protagonisten noch gut gelaunt

Als wir am Sonntag Nachmittag den Campingplatz in Hochdonn am Nordostsekananl erreichten, konnten wir den Rest des Tages noch in sommerlicher Laune erleben. Die Nacht über beendete das Wetter dann diese gute Laune und schüttete seine schweren Wolkenladungen über unsere Zelte aus. Diese trotzten zur Freude seiner Bewohner erfolgreich den Regengüssen.

Glücklicherweise klarte es am Morgen auf und damit ebenfalls die Mienen der Radfahrer.

So konnte es zunächst trocken losgehen. Auffällig war hingegen der teils stürmisch böige Wind, der für uns von der linken Seite, also von Westen kam, und uns mehr als einmal von der idealen Fahrlinie abbrachte. Immer wieder zwang uns der an unseren Rädern zerrenden Wind  zu Gegenlenkbewegungen. So lästig diese Störungen auch waren, trösteten, ja erfreuten wir uns gar daran, den Wind nicht gänzlich gegen uns vorn ertragen zu müssen.

Dann sanken langsam die Temperaturen und es gab gelegentlich auch Tropfen von oben.

Wir beschlossen in Flensburg eine größere Pause zu machen, damit wir die letzten 40 km bis nach Haderslev in Dänemark auch gestärkt fortführen zu können.

Maren und Doris hatten Nudelsalat und Bockwürstchen zubereitet, worüber wir dankend herfielen.

So schafften wir frisch gestärkt die letzten Km auch noch, die für uns die ersten km in Dänemark bedeuteten.

Zur besonderen Freude von Udo und Ralf bot der Campingplatz heute ansprechende Holzhütten, so dass wir unsere Zelte heute im Begleitfahrzeug belassen konnten.

 

wir haben natürlch auch ein Auge für die reizvolle Natur,  auch wenn der Straßenbelag ein zügiges Vorankommen erschwerte. Hier ein Parallelpfad zum Nordostseekanal.
wir haben natürlch auch ein Auge für die reizvolle Natur, auch wenn der Straßenbelag ein zügiges Vorankommen erschwerte. Hier ein Parallelpfad zum Nordostseekanal.
nach 122 km in Flensburg angekommen , freuen wir uns auf die Pause
nach 122 km in Flensburg angekommen , freuen wir uns auf die Pause
Beinhart-Bernhard genießt auch heute die Wadenmassage durch Udo.
Beinhart-Bernhard genießt auch heute die Wadenmassage durch Udo.
gern nahmen wir das Angebot, eine Hütte als Nachtquartier zu nutzen, an.
gern nahmen wir das Angebot, eine Hütte als Nachtquartier zu nutzen, an.
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So

11

Jun

2017

2. Etappe von Bremen nach Hochdonn

140 Km, sonnig und meist Rückenwind, keine Pannen

Ohne Anstrengung 4 Km voran gekommen. Der Grund ist die Fähre über die Elbe bei Glücksstadt. Und dann das herrliche Wetter, man könnte es Urlaub nennen, so kann es bis zum Nordkap weitergehen.

 

 

Den Wind im Rücken und freie Radwege lassen uns gut vorankomen (Klick auf´s Bild zum Vergrößern)
Den Wind im Rücken und freie Radwege lassen uns gut vorankomen (Klick auf´s Bild zum Vergrößern)

Jeder nutzt die Pause auf seine Weise: Bernhard ist in dieser Beziehung sehr anspruchsvoll...

(Klick auf´s Bild zum Vergrößern)

Nun hat Udo jedem die Beine ausgeschüttelt, jetzt benötigt Er ein wenig Ruhe, Hubert ist  ebenfalls auf dem Foto zu erkennen! (Klick auf´s Bild zum Vergrößern)

Die `'Gelben Säcke' steuern dem Ziel entgegen (Klick auf´s Bild zum Vergrößern)

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So

02

Sep

2012

Umleitung? Die Lahn ruft

Erst bedeckt, 12 Grad, dann ab Mittag sonnig bis 20 Grad, Windstärke 1.

 

Nach erholsamer, ausgiebiger Nachtruhe ging es um 9:50 an den Start. Herbergsvater Frank ließ es sich nicht nehmen eigenhändig seine Unterschrift auf der (Motorhauben-) Karte des   Begleitfahrzeugs neben der Zielankunft der ersten Etappe (Gummersbach) zu verewigen. Hatten wir es doch ihm zu verdanken, dass wir das erste Souvenir für unseren Erinnerungs-Rucksack erhielten. Was, wird noch nicht verraten! (Der besondere Rucksack soll aus jedem Etappenziel eine kleine Besonderheit aufnehmen. Später wird der Rucksack dann versteigert oder verschenkt)

Schattige 12 Grad zwangen uns zu „langer“ Radbekleidung, erst nach Mittag tauschten wir lange Hose und Jacke gegen die bequemere Sommertracht. Eigentlich hatten wir nach der gestrigen anstrengenden Fahrt schon von einem Ruhetag gesprochen: 122 Km versprachen eine frühzeitige Ankunft. Womit wir nicht gerechnet hatten – auch unser ach so tolles Spezialnavi nicht – waren insgesamt drei Straßensperren und Umleitungen. Ralf kurz hinter Hachenburg: „Mit dem Rad kommt man da immer lang.“ OK, ein ca. 20m breiter und 3 m tiefer Baustellengraben ist äußerst überzeugend (für uns, nicht für das Navi!). Dennoch versuchten wir es bei zwei weiteren Baustellen erneut – Glück gehabt, wir kamen durch. Auch wenn 8 km vor unserem Ziel Lahnstein eine völlig verbarrikadierte Straße mit einem Warnschild „Steinschlag“ die Weiterfahrt verhindern wollte. Wofür trugen wir die ganze Zeit schon unsere Fahrradhelme?

Als wir auf dem Zeltplatz ankamen, die Strecke war nur geringfügig länger geworden, hatte Werner schon alles für den Zeltaufbau vorbereitet. Trotzdem dauerte es noch 1,5 Stunden bis Udo sein Hauptquartier, Äh, sein Hauszelt aufgebaut hatte. Wurde auch Zeit: Besuch hatte sich nämlich angekündigt. Sandra und Alex, zwei (Ex-) Arbeitskollegen von mir kamen uns aus dem nahegelegen Koblenz besuchen. Natürlich bestand Udo darauf, dass sich die beiden zunächst mit Ihrer Unterschrift auf dem Fahrzeug (und einer Spende) „vorstellten“. Dann verbrachten wir noch einen super Abend mit den beiden zum Abendessen.

 

Streckenlänge: 131 km, Höhenmeter: 1355, Navi einmal abgestürzt

 

 

 

 

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Unser Schirmherr: Sven-Georg Adenauer
Unser Schirmherr: Sven-Georg Adenauer

Ziele und Visionen

Gütersloher Radler wollen eine inklusive Welt mit gestalten, in der die Lebensqualität von Menschen mit Behinderung verbessert ist. Deshalb unterstützen sie den wertkreis.

Radler radeln für Inclusonics – helfen auch Sie!

 

Sven-Georg Adenauer

Landrat des Kreises Gütersloh

Rad-Marathon für einen guten Zweck

 

Start: 10.06.2017

Wo: Stodieks Hof, Halle/Westf., Stodieks Hof 2a

Ziel: Nordkap am 02.07.2017

Wofür: Projekt "Tour für Teilhabe" vom wertkreis Gütersloh 

Spendenkonto:

wertkreis Gütersloh gGmbH

 "Tour für Teilhabe"

 IBAN:

DE21 4785 3520 0000 0566 63

 BIC: WELADED1WDB
 Kreissparkasse Wiedenbrück

(Spendenbescheinigung wird auf Wunsch ausgestellt)

Trainingsvorbereitungen
Der Countdown läuft.docx
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