7. Etappe Gendamerie lässt sich einschüchtern

Sonnig, 25-28 Grad, Wind wechselnd

Der Tag fing mit einem bescheidenen Frühstück an: man tischte uns jeweils ein kleines Milchbrötchen, ein Croissant und ein Schokoladenküchelchen auf. Wir schauten uns alle drei an und warteten, was da noch kommen mochte. Es kam aber nichts mehr. „Da brauchen wir doch gar nicht erst anfangen, diese Kleinigkeit“, bemerkte ich. Meine Kameraden waren mit mir einig: das ist kein Frühstück. Ich sprach den Chef de Cuisin an, ob wir nicht wenigsten noch Eier in irgendeiner Form bekommen könnten. Ein Omelette, das uns 20 Minuten später gereicht wurde, besänftigte uns nur zum Teil.

Nun aber los! Wie immer drängelte Udo, dass alles zu langsam ginge! "Das Omelette hat richtig Zeit gekostet".
Schnell noch den Etappenort vom Chef de Omelette auf dem Fahrzeug quittieren lassen, und los. Um 10:15 saßen wir auf dem Rad. Durch unsere Aufholjagd zollten wir der schönen Landschaft durch das Jura kaum die nötige Aufmerksamkeit. Ein kurzer Stopp an der ersten Burg, Foto, weiter. Viele weitere Chateaux prahlten um die Wette, konnten uns aber nicht beeindrucken. Wir hatten nur ein Ziel: Werner auf der Hälfte unserer Strecke zur Brotzeit zu treffen, Werner „ich bin euer Essen auf Rädern“. Unser „fehlendes“ Frühstück wollten wir einerseits nachholen, andererseits wollten wir bei genau 1000 km auf das ungefähre Drittel unserer Reise anstoßen (von Udo Raabe angeregt). Kurz hinter Lons – le Sauniere machten wir unser Vorhaben wahr.
Während der Pause berichtete Werner dann von seiner unplanmäßigen Pause, als er von der Gendamerie angehalten wurde. Eine gewöhnliche Polizeikontrollepickte sich unser Begleitfahrzeug gezielt aus vielen vorbeifahrenden Fahrzeugen heraus. Werner wusste nicht, was die beiden Polizisten von ihm wollten. Einer von ihnen strich mit skeptischem Blick rund um das Fahrzeug, der andere quasselte die ganze Zeit unverständlich auf Werner ein. Erst als Werner dem Fahrzeug entstieg, trat der Polizist respektvoll einen Schritt zurück, wurde still und schaute zu Werner hoch. Werner reichte ihm die Fahrzeugpapiere, schritt zur Motorhaube (wo Gendarm Nr. 2 inzwischen auch angekommen war) und zeigte voller Selbstbewusstsein auf die Unterschrift unseres Landrats Sven-Georg Adenauers. Mit erhobener Stimme erklärte er: „ this is the chief of our police!!“.

Beide Gendarmen schauten sich die Unterschrift und dann sich gegenseitig an. Werner hatte inzwischen unseren Flyer mit den Infos in französischer Sprache hervorgeholt und reichte sie einem der beiden staunenden Gesetzeshüter. Nach einer Weile erhellten sich die Mienen der beiden, quasselten wieder auf Werner ein und verabschiedeten ihn mit den Worten „Bon voyage!“.

Am Schluss der Etappe wurde es noch einmal ungemütlich: der Wind wechselte die Richtung. Erstmals mussten wir einen leichten Gegenwind vernehmen.
Nach 145 km kamen wir dann am vermeintlichen Ziel, einem Campingplatz in La Niziere an, der uns aber nicht aufnehmen konnte. Er war nämlich schon geschlossen. Werner hatte sich schon auf die Suche nach einem neuen Quartier gemacht. Die Nachricht, dass er Erfolg hatte, war zwar erfreulich, aber nicht, dass wir noch 28 km radeln mussten.
Etwas erschöpft und mit dem letzten Wassertropen in der Flasche, trafen wir ihn in Villars-les-Domes.

Streckenlänge: 173 km, Max. Steigung: 9%, Höhenmeter: 1070, Pannen: einmal die Kette abgesprungen (kein Problem)

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Kommentare: 1
  • #1

    Friedhelm Boschulte (Samstag, 08 September 2012 09:18)

    Hi Ihr Drei, melde mich jetzt auch mal zu Wort, nachdem Ihr ja schon 1/3 der Strecke geschafft habt. Weiter so. Toll. Wir verfolgen alles in der Heimat, gestern war auch ein schöner Zwischenbericht von Gunnar im WB.
    Udo: Drängel nicht so, in der Ruhe liegt die Kraft.
    Ales Gute weiterhin von allen Sportskameraden des LC Solbad Ravensberg.
    Friedhelm Boschulte

Rad-Marathon für einen guten Zweck

 

Start: 10.06.2017

Wo: Stodieks Hof, Halle/Westf., Stodieks Hof 2a

Ziel: Nordkap am 02.07.2017

Wofür: Projekt "Tour für Teilhabe" vom wertkreis Gütersloh 

Spendenkonto:

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 "Tour für Teilhabe"

 IBAN:

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 BIC: WELADED1WDB
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(Spendenbescheinigung wird auf Wunsch ausgestellt)

Trainingsvorbereitungen
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