Etappe 10: es geht voran - immer in Richtung Norden - bis Trondheim (75 km östlich)

 155 km, 950 Höhenmeter gewölkt, Regen 9-14 Grad Celsius

 

Nach einer guten Nacht in der grasbedeckten Campinghütte, sahen wir der heutigen Etappe mit gemischten Gefühlen entgegen. Der Wetterbericht sagte eine hohe Regenwahrscheinlichkeit voraus. Vorsichtshalber packten wir unsere Regenkleidung in die Rucksäcke, auch wenn es am Morgen zunächst noch trocken war, wenn auch nicht sehr warm. Das stellte sich schon nach wenigen Kilometern als eine gute Idee heraus. Glücklicherweise hielt der Regen nur bis Mittag an, danach war es nur noch kühl. Ein typisches Wetter für Norwegen, wie uns ein hier lebender Deutscher bestätigte, der durch die beschrifteten Begleitfahrzeuge auf uns aufmerksam geworden war. Dies geschah an unserem Verpflegungs-Treffpunkt nach ca. 70 Km der heutigen Route. Der knapp 80-jährige ehemalige Lehrer kam aus Deutschland und war vor 60 Jahren nach Norwegen eingewandert. Sehr interessiert zeigte sich der Landsmann von unserem Vorhaben mit dem Rad bis zum Nordpol zu gelangen, worüber wir ihn gern informierten. Er berichtete aus seiner Erfahrung mit den hier anzutreffenden Wetterverhältnissen: insbesondere sollten wir die Unbeständigkeit des Wetters und die raschen Wetterumschwünge nicht unterschätzen. So sei es durchaus nicht ungewöhnlich, dass es im Juni noch schneit und mit Frost zu rechnen sei. OK! wir behalten das einmal im Hinterkopf. Mit der Übergabe unseres Infoflyers verabschiedeten wir und von dem freundlichen Herrn.

 

„Hubert, Dein Hinterrad eiert, lass uns das gleich nachschauen“, rief Udo während einer kurzen Abfahrtspassage seinem Vordermann zu. Beim nächsten Halt  konnten wir zunächst die Ursache für die Unwucht in der Felge nicht erkennen. Unser „Schrauber“ Udo löste die Hinterradbremse, um den Abstand der Bremsgummis zur Felge zu vergrößern, damit sie sich nicht berührten.  Udo: „Das schauen wir uns heute Abend noch einmal genauer an“.

 

Die Fahrt wurde fortgesetzt und führte uns vorbei an einem 45 qkm großen See, der als Fischereiparadies ausgewiesen war. Zahlreiche Fischerhütten und Bootsanlegestellen säumten die Ufer dieses Gewässern. Udo, der seine Angelausrüstung mitgebracht hatte, war aber nicht daran interessiert hier seine Angel auszuwerfen. „Süßwasserangeln ist nichts für mich, wir gehen später auf den Vesterälen auf Dorschfang, dort werden wir in 30 Min. mehr fischen als wir essen können. Aber stundenlang an einem See sitzen und darauf warten, dass mal ein Fisch anbeißt, nein, ohne mich!“

 

 Nach einem längeren Anstieg wandelte sich die Landschaft wieder. Wir befanden uns wieder auf einer Höhe von knapp 1000 m und der Wind blies uns scharf entgegen. Die Temperatur war auf unter 10 Grad  gesunken, doch durch den Anblick der schneebedeckten höheren Berge rings um uns sowie kleinerer Schneeflecken entlang der Straße empfanden wir die Kälte noch intensiver. Gefühlt kanp über Null.

 

Wärmer wurde uns erst durch eine FÜR UNS erstaunliche Entdeckung: „Schaut nach links, sofort anhalten“, rief ich meinen stoisch wirkenden Mitfahrern zu. „Was sind das?“, das müssen wir uns näher ansehen. Wir warfen die Räder ins Gras und näherten uns der auf einer Lichtung grasender Herde – Rentiere.
Noch bevor wir für die Fotos nah genug an die Tiere herankommen konnten, hatten sie uns bereits gewittert und flüchteten ins Birkengebüsch.

 

Auf den folgenden 10 Km trafen wir diese Tiere dann noch häufig und in großer Zahl an. Auch wenn sie sich frei in der Natur bewegten, ließ uns die Vermutung nicht los, dass die Tiere hier auf diesem Plateau gezüchtet wurden.

 

Die Temperaturen waren auch auf den restlichen 25 Km nicht gestiegen, auch der Regen setzte wieder ein. So ersehnten wir die baldige Ankunft an unserem Ziel-Campingplatz.
Per WhatsApp erhielten wir von den Begleitfahrzeugen die Nachricht, dass der Campingplatz z.Zt. nicht in Betrieb sei und auch der nächste, 5 km entfernte, ist geschlossen. Klasse!

 

Am dritter Campingplatz, den wir darauf ansteuerten, war auch kein Zeichen jedweder Campingaktivitäten zu entdeckten. So machten wir von dem Jedermannsrecht in nordischen Ländern Gebrauch.

 

 

 

 

 

Hubert: wir radeln für den wertkreis zum Nordkap....
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ein Paradies für Fischer - nicht für Udo
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Können wir nicht gleich auf die richtige Straße?
Können wir nicht gleich auf die richtige Straße?
Wasserfälle sind hier reine Rarität
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Mit ganz viel Phantasie erkennt man die Rentiere.
Mit ganz viel Phantasie erkennt man die Rentiere.

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Rad-Marathon für einen guten Zweck

 

Start: 10.06.2017

Wo: Stodieks Hof, Halle/Westf., Stodieks Hof 2a

Ziel: Nordkap am 02.07.2017

Wofür: Projekt "Tour für Teilhabe" vom wertkreis Gütersloh 

Spendenkonto:

wertkreis Gütersloh gGmbH

 "Tour für Teilhabe"

 IBAN:

DE21 4785 3520 0000 0566 63

 BIC: WELADED1WDB
 Kreissparkasse Wiedenbrück

(Spendenbescheinigung wird auf Wunsch ausgestellt)

Trainingsvorbereitungen
Der Countdown läuft.docx
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