18. Etappe: Elche - und es gibt sie hier doch

150 km, ab Mittag Sonne, Rückenwind, 12-19 Grad C

 

Am Himmel herrschte noch dichte Bewölkung, aber es regnete nicht, so dass wir die heutige 18. Etappe  einmal nicht im Regendress starten mussten.  Auch die Windverhältnisse versprachen ein zügiges Vorankommen, was auf Grund der 150 km langen Strecke dringend geboten schien.

So rollte es sich erstaunlich gut: die Steigungen waren moderat und es schien sogar so, dass das  Gefälle dominierte. Wir kamen gut voran. Dann durchbrachen die ersten Sonnenstrahlen die Wolkendecke und setzten sich gegen Mittag sogar gänzlich durch.

 

Wir befanden uns, wie in den vergangenen Tagen auch, auf der E6 und ließen die schöne Landschaft an uns vorbeifließen, immer umgeben von hohen Bergriesen und entlang zweier Fjorde.

Unerwartet wurde die Gruppe ca. 30 km vor dem Ziel mit den im gleichmäßig surrenden Takt der Rennmaschinen aus ihrem trance-gleichen Zustand gerissen.

Ich traute meinen Augen zunächst nicht und es vergingen wohl auch einige Sekunden, bevor ich reagierte: „Langsamer“, rief ich, „schaut nach links, das gibt’s doch gar nicht, Elche“. Sie schienen so selbstverständlich in diese Landschaft zu gehören, dass man sie zunächst nicht wahrnimmt. Dann griff ich rasch in die Rückentasche meines Radtrikots, holte das Smartphone heraus und stellte den Kameramodus ein. Die zwei Elche, die im leichten, fast federndem Gang parallel zur Straße trabten, waren schwere, ausgewachsene Vertreter ihrer Gattung. Erstaunlich, mit welcher Leichtigkeit und Anmut diese mächtigen Tiere sich bewegen konnten.

Plötzlich schwenkten die beiden Tiere, die inzwischen in eine schnellere Gangart gewechselt hatte, direkt auf die Straße zu. Wir verzögerten unsere Fahrt, um den Tieren beim Überqueren der Straße  nicht im Weg zu stehen. Bernhard, der mir ein paar Meter vorausfuhr, warnte mit heftigen Armbewegungen ein entgegenkommendes Fahrzeug, das diese Signale sofort verstand und seine Fahrt stoppte.
Im Galopp passierten die Elche die Straße und suchten fluchtartig das Weite.

Nur zögerlich setzte wir unsere Fahrt fort, dermaßen waren wir von dieser Begegnung beeindruckt. Und zugleich wurde uns auch klar, wie gefährlich eine Kollision mit einem solch gewaltigen und schweren Tier und einem PKW ausgehen könnte.

Die letzten Kilometer nahmen wir wieder Fahrt auf, um den Campingplatz rasch zu erreichen und uns auszuruhen. Daraus wurde jedoch nichts. Ein Unfall überschattete den sonst so harmonischen Tag.

Doris hatte kurz die Verbindung zum Vordermann Udo abreißen lassen, so dass eine kleine Lücke entstand. Das Tempo wurde etwas gedrosselt, Doris hatte gleichzeitig den Tritt verstärkt, so dass Sie rasch den Windschatten der Gruppe wieder eingefangen hatte. Udo schaute sich nach links um, übersah Doris jedoch, die seitlich rechts dicht an seinem Hinterrad hing. Udo nahm darauf das Tempo noch mehr raus, was zur Folge hatte, dass sich beide Räder touchierten. Schon war es passiert. Doris „küsste“ unsanft den groben Asphalt der E6. Abschürfungen an Hüfte und Arm, dazu eine geprellte Schulter waren die Folge des Sturzes. Es hätte noch heftiger kommen können, der obligatorische Helm verhütete glücklicherweise Kopfverletzungen.

Nach der Behandlung mit Salbe, Schmerztablette und zur Kühlung der Prellung Okseköt (Hackfleisch) aus der Tiefkühltruhe, geht es Doris nun schon sehr viel besser. Sie wird vorerst einmal ein, zwei Tage Pause einlegen.
Für die restlichen Etappen mahnten alle Teilnehmer eine noch vorsichtigere Fahrweise an.

 

wer gute Augen besitzt, erkennt die Elche, die wir während der Fahrt fotografiert haben
wer gute Augen besitzt, erkennt die Elche, die wir während der Fahrt fotografiert haben
hier werden Souvenirs vom Volksstamm der Samen verkauft
hier werden Souvenirs vom Volksstamm der Samen verkauft
Maren kümmert sich nicht nur um die Hunde, ohne ihre permanente Unterstützung läuft hier nichts.
Maren kümmert sich nicht nur um die Hunde, ohne ihre permanente Unterstützung läuft hier nichts.
Wracks am Straßenrand: diese Expedition zum Nordkap hat aufgegeben
Wracks am Straßenrand: diese Expedition zum Nordkap hat aufgegeben
endlich Sonne nach vielen Regentagen  -> Chaos-Camping
endlich Sonne nach vielen Regentagen -> Chaos-Camping
Am Morgen war die Welt noch in Ordnung: Doris erhält eine Schultermassage zum Start der Etappe.
Am Morgen war die Welt noch in Ordnung: Doris erhält eine Schultermassage zum Start der Etappe.
Nach dem Sturz: Doris' geprellte Schulter muss gekühlt werden; wie gut, dass noch ein Vorrat tiefgefrorenes Okseköt (Hackfleisch) vorhanden war...
Nach dem Sturz: Doris' geprellte Schulter muss gekühlt werden; wie gut, dass noch ein Vorrat tiefgefrorenes Okseköt (Hackfleisch) vorhanden war...

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Kommentare: 2
  • #1

    Hartmut (Mittwoch, 28 Juni 2017 23:15)

    Hallo Doris,

    ich hoffe Du erholst dich schnell wieder von dem Sturz, und kannst bald wieder "einsteigen".

    Gute Besserung!

    Sind ja schon teilweise extreme Bedingungen mit denen Ihr zu kämpfen habt, Hut ab.

    Wünsche dem gesamten Team weiterhin alles Gute für die restlichen Etappen, hab einfach mal gutes Wetter für Euch bestellt.

    VG

    Hartmut

  • #2

    Doris (Donnerstag, 29 Juni 2017)

    Hallo Hartmut und alle anderen " Besorgten"!
    danke für eure guten Wünsche... ein bischen angeschlagen bin ich noch, aber es wird!
    Viele Grüße nach Ostwestfalen aus dem noch immer schattigen Norwegen
    Doris

Rad-Marathon für einen guten Zweck

 

Start: 10.06.2017

Wo: Stodieks Hof, Halle/Westf., Stodieks Hof 2a

Ziel: Nordkap am 02.07.2017

Wofür: Projekt "Tour für Teilhabe" vom wertkreis Gütersloh 

Spendenkonto:

wertkreis Gütersloh gGmbH

 "Tour für Teilhabe"

 IBAN:

DE21 4785 3520 0000 0566 63

 BIC: WELADED1WDB
 Kreissparkasse Wiedenbrück

(Spendenbescheinigung wird auf Wunsch ausgestellt)

Trainingsvorbereitungen
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