19. Etappe: die Freundlichkeit der Norweger

130 km, bedeckt aber trocken, windig, 12-15 Grad C

 

Die 19. Etappe verlief reibungslos und ohne Besonderheiten. Deshalb möchte ich an dieser Stelle die besondere Freundlichkeit der Norweger loben. Das ist uns sofort aufgefallen, als wir erstmalig  norwegischen Boden betreten haben. Die Rücksichtnahme im Straßenverkehr ist hier vorbildlich. Es wird nie gedrängelt, und man fährt immer langsam an einen Kreisel oder eine Kreuzung heran, so dass nie der Eindruck von Hektik entsteht. Nicht, dass sich Norweger nie in Stress-Situationen  befinden,  im Unterschied zum heimischen Verhalten werden Konflikte nicht auf den Straßenverkehr übertragen  oder gar ausgetragen.  Alles sehr entspannt. Insbesondere, wenn man mit dem Rad unterwegs ist, wird diese positive Situation  deutlich. Da schleichen LKW’s auf der E6 hinter uns Radlern hunderte Meter hinterher und überholen erst, wenn sie die linke Spur komplett nutzen können und alles frei ist, so dass man sich als Radfahrer immer sicher fühlt. Nie bzw. selten wird die Funktion der Auto-Hupe getestet, auch wenn wir einmal die gesamte Straßenbreite mit unseren Rädern nutzen. Eher dient ein kurzes Warnsignal unserer Sicherheit, wenn wir mal wieder unsere Augen über die großartige Landschaft schweifen lassen und nicht auf die Straße richten. Auch wir haben inzwischen dazu gelernt: sobald es sich hinter uns staut, da die Überholmöglichkeit schlecht ist, fahren wir, wenn möglich, rechts in eine Parkbucht, um den Verkehr wieder zum fließen zu bringen.

 

Ein zweites Beispiel für die Freundlichkeit der Norweger ereignete sich in einem kleinen Supermarkt. Dort standen Maren und Bernhard  vor einem Kühlregal, um unseren Bestand an Butter/Margarine wieder aufzufüllen. Etwas ratlos standen die beiden vor dem gut sortierten Regal und philosophierten über die Produkte. Als Bernhard eine Dose Margarine ergriff, wurde er direkt von einer Kundin angesprochen: „DIE Margarine sollten Sie nicht kaufen, nehmen Sie diese.  Die Bremykt Original mit 30 % rapsolje, die ist gut.“  Verblüfft drehten Maren und Bernhard sich zur Seite und erblickten die freundliche Dame, die mit ihrem zu zwei Zöpfen geflochtenen ergrauten Haar  an die in Würde gealterte Pippi Langstrumpf erinnerte. „Sie lässt sich gut streichen, ist gesund und schmeckt wie Butter“, folgte die Begründung in astreinem deutsch. Maren bedankte sich und wollte noch wissen, ob die Frau aus Deutschland kommt. Doch diese hatte sich schon ihrer Begleitung zugewandt und unterhielt sich in norwegischer Sprache mit ihr.

 

Ein weiteres Ereignis bezieht sich auf die Gastfreundschaft der Norweger, die uns am Abend zuteil wurde: wir hatten schon zu Abend gegessen und uns zurückgezogen, als es gegen 21:00 Uhr an der WoMo-Tür klopfe und ein älterer Herr uns erklärte, dass er heute das 50ste Jubiläum seines Campingplatzes und gleichzeitig seinen 69sten Geburtstag feiere. Gern seien wir zu Kuchen und Sekt an der Grillhütte am See eingeladen. Selbstverständlich, dass wir der Einladung folgten, auch wenn die Müdigkeit in uns schon dominierte.

 

Wir haben es nicht bereut. Interessante Gespräche mit anderen Campingfreunden, unter ihnen viele Deutsche, aber auch Norweger wären uns sonst entgangen.

 

 

 

nicht selten: Einzelkämpfer, die allein mit dem Rad unterwegs sind
nicht selten: Einzelkämpfer, die allein mit dem Rad unterwegs sind
der Campingplatz-Betreiber hat eingeladen: zum 50-jährigen Jubiläum des Platzes gibt es Kuchen und Sekt
der Campingplatz-Betreiber hat eingeladen: zum 50-jährigen Jubiläum des Platzes gibt es Kuchen und Sekt

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Rad-Marathon für einen guten Zweck

 

Start: 10.06.2017

Wo: Stodieks Hof, Halle/Westf., Stodieks Hof 2a

Ziel: Nordkap am 02.07.2017

Wofür: Projekt "Tour für Teilhabe" vom wertkreis Gütersloh 

Spendenkonto:

wertkreis Gütersloh gGmbH

 "Tour für Teilhabe"

 IBAN:

DE21 4785 3520 0000 0566 63

 BIC: WELADED1WDB
 Kreissparkasse Wiedenbrück

(Spendenbescheinigung wird auf Wunsch ausgestellt)

Trainingsvorbereitungen
Der Countdown läuft.docx
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